Das war nicht so klug mit dem vielen Popcorn gestern und dem späten, unruhigen Schlafen, denn erstens bin ich schon um 7 wieder wach und zweitens habe ich den ganzen Tag über immer wieder Bauchschmerzen. Und das zu Silvester, hmpf. Ich starte dann auch sehr langsam in den Tag, wechsle irgendwann vom Bett auf die Couch und sammle auf dem Weg noch Müsli, frisch gepressten O-Saft und Tee in der Küche ein. Gegen Mittag raffe ich mich nochmal auf und gehe in den Supermarkt, ein paar Kleinigkeiten für die Party am Abend besorgen. Im Supermarkt herrscht natürlich Krieg und ich stehe ewig an der SB-Kasse an, aber ich höre nebenbei auch Podcast und habe es ja nicht eilig.
Danach weiter Herumsumpfen auf der Couch, während der Liebste und das Teilzeitkind in Südberlin Jambalaya kochen. Ich lasse mich von TikTok berieseln, veröffentliche meinen Jahresrückblick und bekämpfe die Bauchschmerzen mit Kirschkernkissen plus Katze drauf, mehr Tee und Fenchelsamen. Dann gibt es nochmal eine vorsorgliche zweite Stullenmahlzeit, bevor ich meine Siebensachen packe und mich in die bereits dunkelnde Silvesternacht wage. Es ist kurz vor 17 Uhr.
Ich fahre mit Tram und Tram fast bis in den Partykiez und lande beim besten Freund des Liebsten. Hier gibt es erstmal Kaffee und noch allseits letzte Partyvorbereitungen und Kostümverbesserungen. Als der Liebste und das Teilzeitkind eintreffen, ziehe auch ich mich um. „Peace & Love am Palmenstrand“ lautet das Motto, das von den Gäst*innen auf vielerlei Weise interpretiert wird. Der Liebste und das Teilzeitkind machen einen auf Beach Party, sein bester Freund geht als Hai, ich bin hippiesk aber auch strandtauglich gekleidet. Wir setzen uns in drei Autos und fahren hinaus nach Brandenburg, wo schon mal der Strand im Wohnzimmer ausgelegt wurde.



Hier treffen wir auf weitere Hippies, Surfer und einen Taucher samt Sauerstoffrucksack. Altersstufe grob zwischen 8 und 50, insgesamt etwa 40-50 Personen (?). Die Tanzfläche ist von Anfang an gut besucht, das Buffet reichhaltig, die Stimmung gut. Ich mache mit meinem Bauch immer mal wieder Pausen und halte mich auch beim Alkohol weitestgehend zurück. Wie immer sind die Teenies schon den ganzen Abend über draußen am Zündeln. Kurz vor Mitternacht kommen wir anderen dazu. Es gibt Sekt für alle Großen, Wunderkerzen für alle und wer Lust hat, bedient sich an den reichhaltigen Pyro-Vorräten. Ich habe keine Lust, stoße aber natürlich um Mitternacht an und gucke ein bisschen Feuerwerk.
Gemischte Gefühle bei diesem Jahreswechsel. Angesichts der Weltlage will sich kein großer Enthusiasmus einstellen, es ist mehr so ein „Muss ja“ in mir. Nach einer Weile gehen wir wieder rein und ab da wird es besser. Eine Klampfe wird rausgeholt und wir singen gemeinsam erst „With A Little Help From My Friends“ und „All You Need Is Love“ – fast alle machen mit und scheinbar ist das mit dem Zusammenhalt und Mit- statt Gegeneinander doch eine weiter verbreitete Stimmung, als ich bisher angenommen habe. Um danach wieder in den Partymodus zu kommen, wird als drittes „Rhythm Is A Dancer“ angestimmt. Direkt danach kommen wieder fette Bässe aus den Boxen und es wird nochmal ordentlich getanzt. Je nach Musik bin ich aktiv oder beobachtend dabei.
Das Kindelein wird sichtlich müder und kuschelt sich irgendwann auf meinen Schoß, bevor es gegen halb 2 Richtung Bett verschwindet, um sich „nur mal kurz auszuruhen“. Als ich kurz nach 2 ebenfalls die Segel streiche, schläft es tief und fest. Kurz nach halb 5 geht unten die Musik aus, der Liebste gesellt sich zu uns und auch alle verbleibenden Party People verschwinden in ihren Schlafstätten.
Was auch immer 2025 passiert, wir haben unser Bestes gegeben, um es standesgemäß zu beginnen.