03.01.2025 – Zurück ins Weekend-Feeling, mit Politik, Essen und einem Liefer-Rant

Nach dem so produktiven Donnerstag fühlt sich dieser Tag wirklich wie ein Freitag an. Ich wache leider zu früh auf, aber danach wird es ganz angenehm. Allerdings steht nach gemütlicher Morgenroutine (samt Wiedereinnicken beim Versuch zu meditieren), Liebstentelefonat und Müslifrühstück erstmal ein Gang ins kalte Draußen an. Ich packe mich warm ein, nehme Tee im Thermobecher mit und stapfe dann bei Temperaturen um den Gefrierpunkt noch leicht müde Richtung Behörde in der Nähe. Hier habe ich um 11 einen Termin. Entspanntes, hilfreiches Gespräch mit einer freundlichen Dame, die sich nicht anmerken lässt, wie unangenehm es ist, heute arbeiten zu müssen – und dann noch in Präsenz.

Danach stapfe ich wieder zurück und setze mich gleich noch an den Schreibtisch und klicke mich durch Formulare der Behörde. Dazu trinke ich Glüh-Cider aus heißem Apfel-Birnen-Saft – in dem ich eine Gewürzmischung ziehen ließ, die mich einst aus einem Weihnachtspaket aus Nordengland erreichte – und höre Gwen Stefanis neues Album. Und weil ich dann schon wieder so im Flow bin, erledige ich gleich noch andere Dinge, schiebe Papiere hin und her und mache die Nacharbeit zu einem Webinar von vor Weihnachten. Dann ist es auch schon wieder fast 15 Uhr und ich mache mir Mittagessen und telefoniere das nächste Mal mit dem Liebsten, der auch Feierabend hat.

Vegane Teewurst, Gouda mit Forellenkaviar, Avocado mit Paprika-Creme, Karotten

Und weil dann so dieses Freitags-Feiertags-Wochenend-Gefühl einsetzt, entscheide ich mich, das Putzen auf morgen zu verschieben. Es wird ja auch schon langsam dunkel draußen.

Kurzer Einschub: Der Liefer-Rant

Ich habe in den letzten Tagen zwei Bestellungen getätigt, eine letztes Wochenende, in der Annahme, dass sie nach Neujahr ankommt, eine am Neujahrstag, die laut Händler dann am Sonnabend ankommen sollte. Es passierten die folgenden Dinge in chronologischer Reihenfolge.

  1. Montagmorgen: Bestellung 1 wird auf zwei Sendungen aufgeteilt, die jetzt schon am Montag kommen sollen.
  2. Montagabend: Am Montag wird die Zustellung nicht mehr geschafft, jetzt sollen sie am Dienstag kommen. Stresst mich, weil Silvester ist und ich nicht den ganzen Tag zuhause sein werde.
  3. Silvesternachmittag: Sendungen können heute nicht mehr zugestellt werden.
  4. Neujahr: Sendungsstatus unverändert – ist ja auch Feiertag.
  5. Donnerstag: Sendung 1 soll heute kommen, Sendung 2 wurde beschädigt und muss unverpackt werden. Bestellung 2 soll morgen schon kommen.
  6. Freitag: Sendung 1 wird zugestellt, Sendung 2 selber Status wie gestern (nachdem zwischendurch keine Informationen mehr verfügbar waren). Bestellung 2 konnte leider nicht zugestellt werden und wird in die Postfiliale gebracht. Dort kann ich sie mir abholen. Ab Montag. Nachmittag.

Jetzt weiß ich nicht, was da logistisch dahinter steckt, aber boah ist das nervig. Wenigstens kam die wichtigste Sendung an und die Katzen haben gerade rechtzeitig noch Futternachschub bekommen. Trotzdem unklar warum Bestellung 2 nicht zugestellt werden konnte, während ich zeitgleich Sendung 1 angenommen habe.

Einschub Ende

Es klingelt jedenfalls an der Tür während ich gerade den zweiten Meditationsversuch des Tages unternehme, bei dem ich wieder fast einnicke. Ich nehme beduselt ein vom Schnee leicht angeweichtes Paket Katzenfutter entgegen und gehe dann auf die Couch zurück. Jetzt dringend Schlaf nachholen!

Anderthalb Stunden später bin ich wieder wach und kann mich so langsam mit der Abendplanung beschäftigen. Unterhaltungsmäßig steht viel zur Auswahl. Ich habe mir den Film American Honey herausgesucht, meine Cousine spielt ein Neujahrskonzert, das man im Livestream verfolgen kann und im US-Repräsentantenhaus wird der neue Sprecher gewählt. Ich unterbreche den Film nach einer Weile, um kurz in das Neujahrskonzert reinzugucken, bevor es im Repräsentantenhaus spannend wird. Die namentliche Abstimmung nehme ich mir dann mit in die Küche, während ich aus den Kartoffelresten von gestern mein Abendessen koche.

Es wird eine Art pakistanisch-nepalesisches Kartoffelcurry – inspiriert sowohl von diesem oft erprobten Rezept als auch von den Kochgewohnheiten des ehemaligen pakistanischen Mitbewohners. Statt frischen Tomaten gibt es welche aus der Dose, statt frischem Dill weniger und gefrorenen. Ansonsten:

  • Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Kurkuma in Öl anbraten
  • Gemörserte Koriandersamen und grüne Chili hinzugeben (bei mir aus dem Glas und ein bisschen zu viel)
  • Gekochte Kartoffeln und Tomaten in Stückchen dazugeben und alles ziehen lassen
  • Mit Salz und Zitrone abschmecken, mit Joghurt (bei mir Quark) servieren.

Sehr lecker, ordentlich scharf, der Quark ist nötig. Nachtisch eine Orange und ein wenig Weihnachtsnaschi.

Johnson erhält im ersten Wahlgang nicht genügend Stimmen, es wird spannend. Während des Wartens auf weitere Entwicklungen springe ich wieder rüber zum Neujahrskonzert und bekomme da noch das Finale mit. Dann zurück ins Repräsentantenhaus. Doch nicht mehr so spannend, Johnson konnte zwei Abgeordnete überreden, ihre Abstimmung zu ändern und wird jetzt doch im ersten Wahlgang Speaker (unvergessen die 15 Wahlgänge letztes Mal).

Dann spricht aber erstmal Hakeem Jeffries für die Demokraten und hält eine gute Rede. Beachtlich, dass er jetzt davon redet, die Arbeiterklasse beschützen zu wollen, nachdem es im Wahlkampf nur um die Mittelschicht ging. Doch was gelernt, die Dems. Dann die Rede von Johnson – Amerika ist das einzigartigste und tollste Land der Welt, weil es so amerikanisch ist und wenn die Amerikaner nur weiter so amerikanisch wie möglich sind, wird die Welt am amerikanischen Wesen genesen oder so ähnlich. Wiederholung sämtlicher Wahlkampfversprechen von Trump, die man jetzt umzusetzen gedenkt, Mauer zu, fossile Brennstoffe, dazu viel Gott und Gebet. Christo-Faschismus endgültig an der Macht, nur wird Angst und Bange. Dann werden erst Johnson und dann die Abgeordneten eingeschworen (unspektakulär) und fertig ist das Gartenhäuschen.

Ich kehre zurück zum Film, der teilweise ein anderes Amerika zeigt. Aber auch wieder nicht so mitreißend. Nebenbei mache ich Kreuzworträtsel und weil das noch nicht fertig ist, als der Film zu Ende ist, läuft danach noch eine Folge Virgin River. Auch das holt mich nicht so wirklich ab. Gegen 1 gehe ich ins Bett und lese dann noch eine halbe Stunde in Weiches Begräbnis. Erstaunlich, dass ich mich aktuell besser auf Bücher als auf Bewegtbilder einlassen kann!