11.12.2024 – Busy Day

Das ist dann wieder ein vollgepackter Tag heute, aber erst fängt er ganz harmlos an. Irgendetwas weckt mich gegen 5 und dann kann ich nicht wieder einschlafen, also lese ich mein Buch aus, während der Liebste weiter schläft. Danach döse ich nochmal kurz weg, bis halb 8 sein Wecker klingelt. Dann Kaffee im Bett und übliche Morgenrunde durch die Weiten des Telefons, während der Liebste schon ab 8 in Meetings hängt – mit Leuten, die um die Zeit schon im Büro sitzen – verrückt. Irgendwann bin ich mit allem fertig, stehe auf, frühstücke ein bisschen Spekulatius und mehr Kaffee und fahre dann zurück in den Pberg. Die einstündige Bahnfahrt reicht genau für Duolingo und Babbel. Zuhause dann Katzen füttern, Adventskalender öffnen und erstmal kurz durchatmen.

Heute irische Schokolade mit Marshmallows

Dann geht es mit Podcasts auf den Ohren eine kleine Runde durch den Haushalt – Katzenklo säubern, Geschirrspüler anstellen, Wäsche abnehmen, Staub saugen, Gästebett beziehen, Päckchen auspacken, Schnittchenteller zum Mittag richten.

Danach sitze ich eine gute Stunde – solange ich eben noch Zeit habe – konzentriert am Laptop und arbeite völlig im Flow Sachen ab, die ich schon seit Tagen vor mich hinprokrastiniere und hake dabei gleich die Hälfte meiner To Dos für diese Woche ab. Immer wieder erstaunlich, wie das menschliche Hirn funktioniert.

Hinterher muss ich dann auch direkt wieder los zur Physiotherapie. Als ich da wieder rauskomme ist es schon längst dunkel. Ich besorge noch schnell etwas im Drogeriemarkt und laufe dann nicht wie sonst nach Hause, sondern nehme die Tram nach Mitte. Hier treffe ich den Freund aus Bad Kreisstadt zu Feierabendaktivitäten. Erst geht es in die ehemalige Stammbar in der Gegend, wo wir bei Chai und Eintopf bzw. Birnensaft und Salat von unseren letzten Wochen erzählen, außerdem viel über Politik und über die Unterschiede zwischen Wissenschaftsbetrieb und anderen Arbeitsumfeldern.

Knapp zwei Stunden später wechseln wir die Location und gehen um die Ecke ins Theater für „Der Schimmelreiter / Hauke Haiens Tod“ nach Theodor Storm, Andrea Paluch und Robert Habeck, mit einem gemischten Ensemble aus (noch) nichtbehinderten und behinderten Darsteller*innen sowie Puppen aus echten Tierüberresten, außerdem Live-Video und live von den Darstellenden gespieltem Soundtrack. Das Fazit hinterher: Völlig abgefahren, aber cool. Sehr meta daran ist auch, dass Hauke Haien zwischendurch einen Monolog hat, der 1:1 aus einem aktuellen Talkshow-Auftritt von Robert Habeck kommen könnte (in dieser Kritik steht, dass er aus einem aktuelleren Buch von Habeck zitiert). Das wirkt dann schon irgendwie befremdlich, wie sich hier die Ebenen vermischen. Der Abend endet dann nach dem Schlussapplaus mit einem fulminanten Appell gegen die vom schwarzroten Senat beschlossenen Kürzungen im Kulturbereich – hier die Petition dazu.

Auf dem Heimweg mit S-Bahn und Tram reden wir noch lange über das Stück und zuhause angekommen hole ich noch „Hauke Haiens Tod“ aus dem Regal. Das habe ich vor 23 Jahren gelesen, als es rauskam und ich ansonsten noch nie von Robert Habeck gehört hatte (und bevor er den Grünen beitrat).

Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich es beim Stöbern zwischen den Leseexemplaren in der Buchhandlung meiner Tante entdeckt und durfte es dann mitnehmen, obwohl es kein Leseexemplar war – oder vielleicht habe ich es dann in das Regalfach gestellt, das meine Eltern dort hatten. Darin kamen bestellte Bücher und eben ab und zu auch mal Dinge, die wir haben wollten und die dann beim nächsten Besuch der Eltern im Laden mit nach Hause gebracht wurden. Vermutlich war es mir ins Auge gefallen, weil wir in der Schule kurz vorher den Schimmelreiter gelesen hatten? Ich erinnere mich jedenfalls nicht mehr im Detail an die Lektüre – war mir damals alles noch etwas zu absurd. Aber jetzt nach dem Stück und mit 23 Jahren mehr Leseerfahrung kann ich es ja nochmal probieren.

Autor*innenfoto

Wir blättern durch das Buch, trinken noch einen Tee und erzählen weiter bis Mitternacht. Dann verabschieden wir uns in die Betten. Ich lese noch die ersten paar Seiten, dann fallen mir gegen halb 1 die Augen zu.

10.12.2024 – Liegen und singen lassen

Wer weiß, was da gestern Abend in den Getränken war – mit ist nicht übel, ich habe keine Kopfschmerzen, ich bin einfach nur unendlich müde heute. Das erste Aufwachen findet schon kurz vor 6 statt, das schiebe ich tatsächlich auf den unruhigen Schlaf nach Alkohol. Dann bin ich irgendwann gegen halb 9 mit meiner Runde durchs Internet durch und drehe mich nochmal auf die Seite. Kurz nach 9 bin ich wieder wach, dann kriegen die Katzen Frühstück und ich mache mir heiße Schokolade (heute mit Karamell) und Banane zu meinem eigenen. Dann erstmal Badewanne auf die Anstrengung.

Nach der Badewanne lege ich mich nochmal kurz hin und schlafe schon wieder eine gute halbe Stunde. Dann endgültiges Aufstehen und Anziehen, ein paar Häuslichkeiten und weiter auf die Couch. Bei all dem höre ich übrigens den Alles gesagt-Podcast mit Lage der Nation. Zum Mittagessen gibt es die Reste von der Raclette-Pizza, Salat und Stullen, danach ratze ich direkt nochmal weg. Produktivität kann ich für heute abschreiben, also schaue ich noch eine Folge Only Connect und mache mich dann fertig zum Rausgehen.

Mit der S-Bahn geht es in den tiefen Süden Berlins. Hier hat das Teilzeitkind heute einen Auftritt mit seinem Chor (neben Turnen, Rettungsschwimmen und neuerdings auch Vloggen im WhatsApp-Status ist Singen jetzt ein neues Ding). Ich treffe den Liebsten, die Teilzeitkindmama, ihren Freund und die beiden Teilzeitkindgeschwister (2 und 4) und dann hören wir uns insgesamt drei Lieder mit Teilzeitkindbegleitung an (und dazwischen und danach noch einiges anderes). Hinterher Bejubelung und Verabschiedung des Teilzeitkinds, das heute bei Mama schläft.

Der Liebste und ich fahren mit Umweg zum Supermarkt zu ihm nach Hause, kochen uns eine Pasta mit Tomaten-Trüffel-Sauce, naschen dabei Mozzarella Sticks, Knoblauch-Oliven und Grissini und schauen dann zu den Nudeln noch einen empfehlenswerten und unterhaltsamen Film, nämlich Free Guy. Danach geht es ohne große Umschweife ins Bett, ich bin nämlich immer noch oder schon wieder müde.

09.12.2024 – Häuslich, physisch, kulinarisch

Ruhiger Morgen im Bett, die Dunkelheit in der Früh macht das Munter- und nicht nur Wachwerden im Moment zu einem ziemlich langsamen Prozess. Morgentelefonat mit dem Liebsten auf beiden Seiten noch mit Licht aus. Das Konzept Winterschlaf wirkt immer attraktiver für mich.

Irgendwann später ist Aufstehen, dann gibt es zum Frühstück Filmjölk mit Sanddorngelee, reingestipptem Apple Cinnamon Bread und eine Clementine. Der Adventskalender liefert dazu heiße Schokolade mit geröstetem Marshmallow. Dazu schaue ich seit langem mal wieder eine (OK, zwei) Folgen Only Connect und freue mich über die zwei Sachen, die ich weiß.

Danach dann Häuslichkeiten – Geschirr, Katzenklo, Paket aufmachen und den neuen Luftentfeuchter auspacken und im Betrieb nehmen. Das teste ich jetzt die nächsten Tage mal ein bisschen aus in dem Zimmer, das am feuchtesten wird und am stärksten Schimmel produziert. Erster Eindruck: Es scheint zu funktionieren, ist aber ganz schön laut. Ich setze mich lieber ins Zimmer nebenan, um am Laptop zu arbeiten.

Dann muss ich aber auch schon wieder los, der nächste Physio-Termin steht an. Ich laufe durch mehes Wetter, mit Podcast auf den Ohren, durch den Pberg, bringe unterwegs noch Klamotten in die Altkleidersammlung und bekomme dann gute 20 Minuten manuelle Therapie und 20 Minuten Wärme. Der Wellness-Aspekt ist trotz Schmerzen nicht zu unterschätzen. Auf dem Heimweg kehre ich im Supermarkt ein und hole ein bisschen Nachschub für den Kühlschrank und Mandelmehl.

Mit diesem bestäube ich dann die Quittenkonfekt-Würfel, die die letzten Tage über getrocknet sind (im offenen Ofen, teils bei 60 Grad, teils bei Zimmertemperatur) gegen Klebrigkeit und zum Ausgleich der Süße und esse dann direkt erstmal zwei davon, statt Mittagessen. So, so gut! Dann nochmal ein bisschen auf die Couch, bevor es schon wieder Zeit wird aufzubrechen.

Um 18 Uhr bin ich zum Essen verabredet, in dem Steakrestaurant über dem Pressecafé. Beeindruckendes Interieur, ein bisschen over the top für meinen Geschmack. Die Aussicht könnte spektakulär sein, wenn das Draußen spektakulärer wäre. Von da wo ich sitze sehe ich halt regennasse Straßenkreuzung im Dunkeln.

Anyway, die Gesellschaft ist gut, das Essen auch, die Getränke auch und da ich eingeladen bin, können mir die Preise zum Glück auch egal sein.

Red Berry Cocktail mit Vodka, Gin, Maracujasaft, Johannisbeeren und Soda
Ceviche aus Lachs und Thunfisch mit Süßkartoffel-Chili-Püree. Auf dem Bild fehlt noch der Riesling dazu.
Rinderfilet mit Pimientos de Padrón und Chimichurri, dazu ein deutscher Rotwein (Cuvée)
Drei Desserts zum Teilen
Espresso Martini. Danach gab es dann noch mehr Rotwein. Die Mojitos habe ich den anderen überlassen.

Am Ende verbringen wir knapp sechs Stunden dort. Zum Konzept gehört, dass ab 20 Uhr das Licht gedimmt wird, ein DJ auflegt und es zwei Cocktails zum Preis von einem gibt. Selbst nachdem wir (also die anderen) irgendwann bezahlt haben, bleiben wir immer noch eine gute halbe Stunde sitzen und erzählen weiter. Kurz vor Mitternacht dann Aufbruch, Verabschiedung, Heimweg mit der Tram. Halb 1 liege ich im Bett und mache das Licht aus.

08.12.2024 – Erst wenig, dann viel Adventssonntag

Der Sonntag beginnt mit einem Weckerklingeln, das ist ja an sich schon ein Verbrechen an der Menschlichkeit. Allerdings klingelt der Wecker, damit ich genug Zeit für entspanntes im Bett Herumlümmeln, für Internet leer lesen, Bloggen, Französisch und Italienisch machen und mit dem Liebsten telefonieren habe, bevor ich dann ernsthafte Verpflichtungen habe. Es folgen Katzen füttern, Zähne putzen und Frühstück machen (Filmjölk, Müsli, Apfelsine. Heiße Schokolade mit Vanille aus dem Adventskalender. Mate.) und dann sitze ich nämlich kurz vor 10 am Schreibtisch und wähle mich in den heutigen Webinar-Workshop ein. Viereinhalb Stunden geht der. So.

Das fühlt sich ganz wenig sonntäglich oder adventlich an, sondern so richtig nach Arbeit, und ist es ja auch. Eine gute Gelegenheit mal auszuprobieren, wie so ein Leben ist, das nicht von Arbeitswoche und Wochenende geprägt ist, sondern in dem die Grenzen verschwimmen und beides nie ganz endet. Bin noch unschlüssig, aber es hat definitiv seinen Reiz. Danach jedenfalls muss dringend Adventssonntagsgefühl nachgeladen werden. Ich ziehe mich warm an und fahre mit der (viel zu vollen, es gibt Verzögerungen wegen „Personen im Gleis“) Ringbahn nach Neukölln und spaziere rund um den Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Schöne Gegend jedes Mal, man müsste mal wieder außerhalb des Weihnachtsmarkts hin. Der Weihnachtsmarkt ist auch schön, auch wenn er sich jetzt immer weiter füllt und ich träge Menschenmassen schwierig finde. Passenderweise bin ich in den nächsten Wochen schon zu mindestens zwei weiteren Weihnachtsmarktbesuchen verabredet. Uiuiui.

Meine Runde endet dann am Stand von Freund*innen, die hier Dinge verkaufen, um Gelder für ihr Projekt Afrika Rise zu sammeln, das mit Akteuren vor Ort Berufsschulen in Uganda aufbaut und so Vernetzung und Austausch zwischen Uganda und Deutschland fördert. Ich nasche Plätzchen, kaufe Kinderpunsch und gucke, ob ich etwas von den Produkten zu Weihnachten verschenken will. Die Kinderbücher wären vielleicht was, aber das Kind auf der Geschenkeliste, das altersmäßig in Frage kommt, ist bereits versorgt. Ich schwatze mit den Freund*innen und dann holen wir uns ein paar Stände weiter koreanisches Feuerfleisch im Brötchen.

Danach traue ich mich auch an den Glühwein, der genau wie der Kinderpunsch mit typischen ostafrikanischen Aromen verfeinert ist. Trinken für den guten Zweck und um weitere interessierte Besucher*innen anzulocken.

Irgendwann wird es dann trotz warmer Sachen und Glühwein ganz schön kalt. Ich verabschiede mich und mache mich auf den Heimweg. Diesmal ist die Ringbahn „nach einem Notarzteinsatz“ unregelmäßig und daher voll. Es läuft aber auch ein glücklicher kleiner Junge mit Syrienflagge durch die Gegend und die Stimmung ist allgemein auch besser als auf dem Hinweg.

Als ich wieder zuhause bin ist es gerade mal 18 Uhr, fühlt sich aber schon viel später an. Ich bleibe kulinarisch im Weihnachtsmarktthema und bestelle mir eine Raclette-Pizza und Apple Cinammon Bread und dazu einen Alibi-Salat. Davon esse ich jeweils die Hälfte, der Rest wird morgen mein Mittagessen.

Und dann heißt es ausgiebig Couchen und Weihnachtsfilme gucken. Erst das etwas merkwürdige Love The Coopers, das aber zumindest mit der Besetzung punkten kann und dann das jährliche Pflichtprogramm mit The Holiday. Kurz vor Mitternacht falle ich zufrieden ins Bett.

07.12.2024 – Schlemmen und Tanzen

Nach dem späten Einschlafen gestern wird es ein sehr langsamer und gemütlicher Morgen. Ich wache zwar schon gegen 9 auf, aber bis ich wirklich aufstehe ist es schon ordentlich spät – zumal ich mir das Frühstück ins Bett hole – die Filmjölk ist wirklich lecker geworden – und dann die Katzen auf mir liegen habe, so dass es am Ende schon nach 13 Uhr ist, als ich das Bett endgültig verlasse. Zwischendurch habe ich immerhin schon mal Wäsche gewaschen, die ich jetzt gleich aufhängen kann.

Noch ein bisschen Kram erledigen hier und da und dann sitze ich gegen 14 Uhr noch für zwei Stündchen fleißig am Schreibtisch. Denn 16 Uhr ist schon wieder Aufbruch, Termine, Termine! Durch die Dämmerung und bei kaltem Regen geht es zur S-Bahn und mit der nach Gesundbrunnen. Dort treffe ich den Liebsten, das Teilzeitkind und die beste Freundin des Liebsten in einem Fischrestaurant.

Für meine beiden picky eaters gibt es ausgezeichnete Fish & Chips, mit der besten Freundin des Liebsten hingegen teile ich mir die/den/das schon seit Monaten ersehnte Seafood Boil. Mit Handschuhen und später noch einer Zange bewaffnet machen wir uns konzentriert ans Werk und haben am Ende erstaunlich saubere Klamotten. Krabben, Garnelen, Muscheln, Calamari, Krebse, Kartoffeln, Mais und Cajun-Sauce mit den Händen verspeist… So lecker alles, große Empfehlung!

Hinterher geht es mit der U-Bahn weiter nach Kreuzberg. Weil wir noch ein bisschen Zeit haben, trinken wir in einem Café erst noch Tee und Kakao, dann wird es Zeit für den ersten Clubbesuch des Teilzeitkinds (11). Das SO36 ist dafür ein guter Ort, überall freundliche Menschen und sehr viel Awareness. Auf seiner ersten Club-Toilette entdeckt das Teilzeitkind einen „AfD-Verbot jetzt!“-Aufkleber und ist direkt begeistert.

Musikalisch bietet der Abend erst eine Ein-Mann-Muse-Coverband, was für einen Song lustig ist und danach bisschen nervt, und danach die Wallerts mit ihrer Humppa-Weihnachtsshow. Das macht schon mehr Spaß, auch dem Kind, das auf einer Erhöhung steht, Ohropax drinnen hat, und sich freut, wie die Erwachsenen abgehen. Allerdings ist es nach Chorprobe, Turntrainining, Fish & Chips und Co. sehr müde und so wird diese erste Kreuzberger Nacht eine eher kurze. Schon gegen halb 10 geht es zurück nach Südberlin für Vater und Kind. Wir anderen bleiben noch fast bis zum Schluss – Humppa ist nett, aber auf die Dauer auch nicht sooo mitreißend – und machen uns gegen 11 auf den Heimweg. Kurz vor Mitternacht liege ich bei den Katzen im Bett und bin sehr zufrieden mit dem Tag.

06.12.2024 – Freundinnen

Ich erwache zu keinem Nikolaus, hatte meine Stiefel nicht geputzt, an den Wanderstiefeln klebt noch Schlamm vom Harz dran und die Winterstiefel sind aus Wildleder. Dafür aber habe ich heute zwei Türchen zu öffnen, weil ich es gestern vergessen hatte, und mixe Double Chocolat und Hazelnut zu heißer Dreifachschokolade mit Haselnuss.

Dazu gibt es den Rest aus der Schwedenmilchflasche mit Crowdfarming-Orange und Müsli. Die selbst angesetzte Filmjölk ist inzwischen ordentlich dick und säuerlich, aber nicht so prickelnd wie die Schwedenmilch. Sie wandert dann jetzt also in den Kühlschrank.

Nach dem Frühstück weitere Häuslichkeiten. Geschirrspüler aus- und einräumen, zwei Pakete auspacken, neue Sportklamotten anprobieren und in die Wäsche tun, neues Laptop-Zubehör anschließen, Staubsaugen, weil ein Silikatgeltütchen aufgegangen ist, Geburtstagsgeschenk fertig basteln und verstauen usw. usw. Zum Mittag dann belegtes Brot, halb sizilianisch. Olivenöl statt Butter, letzter Käse, Anchovis, Oregano, Tomaten. Ich richte an und muss an die Kunstgeschichte als Brotbelag vom Fräulein denken, gucke dann nochmal durch ihren Instafeed, lese dort einen Kommentar von Journelle und schlucke für beide ein Tränchen runter.

Dann sitze ich noch eine gute Stunde fleißig am Schreibtisch, bevor es Zeit ist, nach Schlottenburg aufzubrechen. Die Freundin, mit der ich in meinem Leben vermutlich am meisten gemeinsame (Alltags-)Zeit verbracht habe – sechs Jahre Uni und dann nochmal zehn Jahre Arbeit im gleichen Team – hat Geburtstag. Wir feiern mit ihrer Mama, ihrem Partner und den beiden Kindern – zwei andere Freundinnen mit ihren Kindern mussten aus medizinischen Ursachen bei den Kindern absagen, der Rest der Familie kommt Montag, wenn das große Kind Geburtstag feiert. So ist Geburtstag in den 40ern, wenn man Kinder hat.

Es werden Geschenke geöffnet, es gibt Käsekuchen, Schokomuffins und Plätzchen, die Kinder (fast 4 und fast 2) werden bespielt und zwischendurch schaffen wir Erwachsenen sogar, uns zu unterhalten. Nach dem Abendbrot gibt es für das große Kind, mich und die Freundin noch eine Runde Uno (das dritte Spiel gewinnt natürlich das Kind) und zwei Vorlesegeschichten. Dann werden die Oma und ich verabschiedet und die Kinder gehen ins Bett. Beim Schuheanziehen finde ich doch noch einen Nikolaus im Stiefel. ❤

Zurück zuhause wandere ich schnurstracks mit einer Tasse Tee in die Badewanne und liege danach eigentlich früh im Bett. Nichts aufreibendes mehr gucken heute, denke ich. Und lese ein bisschen. Und schaue dann nochmal durch die Timelines und sehe da, dass es jetzt eine Doku über Jule Stinkesocke gibt und dass in der auch das Fräulein erwähnt wird. Zack, wieder hellwach. Ich denke an meine Zeit mit dem Fräulein und habe Angst, was in der Doku vorkommt und dann ggf. wieder durch die (sozialen) Medien geht. Also gucke ich noch die ersten anderthalb Folgen, bis zu dem Teil über das Fräulein. Weniger schlimm als ich befürchtet habe, aber ohne große Selbstkritik durch den SPIEGEL.

Dann bin ich natürlich weiter hellwach, aufgewühlt und nachdenklich. Erinnere mich an das erste Kennenlernen damals, beim Subbotnik im Schrebergarten einer Freundin. Da hatte ich schon hie und da vom Fräulein gehört, aber noch nicht intensiv ihr Blog und so gelesen, das kam danach. Der gemeinsame Heimweg mit ihr und dem Hasen, das viele Lachen. Später das Wiedersehen am Abend der Goldener-Blogger-Verleihung, wo ich ihren besten Freund seit Jahren kennenlernte und sich ihr Internetleben und ihr reales Leben vermischten. Die vielen Chats seitdem. Das Wiedersehen gemeinsam mit dem Hasen, vietnamesisches Essen, Eis und Reden auf dem Spielplatz. Das Reden nach Schicksalsschlägen, die fiktiven Geschichten über ihre Schwester und das ganz reale Angebot eines Schlüssels für Notfälle (ihrer für mich). Später noch ein Treffen in einem jüdischen Restaurant und dann wieder mit ihrem besten Freund. Und dann unser letztes Treffen zum Sushi-Essen, da wirkte sie etwas neben sich – der Stress im neuen Job dachte ich, nicht wissend, dass da womöglich schon die Recherchen anklopften.

Ein paar Wochen später die Enthüllungen, während ich mit wenig Empfang auf dem Immergut war. Der beste Freund schickte mir den Paywall-Artikel als PDF. Große Bestürzung, Ratlosigkeit und Sorge. Wieder zuhause schrieb ich nochmal mit ihr. Dann war große Stille. Nochmal ein paar Wochen später schrieb mir der beste Freund, dass sie tot ist. Wir verabredeten uns, fuhren gemeinsam zur Beerdigung und saßen hinterher mit ihren Eltern und alten Freund*innen bei Kaffee und Kuchen in der Wohnung, teilten schöne Erinnerungen und lernten nach und nach das Ausmaß und Realität von Fiktion zu trennen. Später kam noch ein Dankesbrief von den Eltern und einmal im Jahr schickt der beste Freund Fotos vom Grab.

Vieles davon vergraben unter all dem, was seitdem passiert ist, aber heute kommt das alles nochmal hervor.

Danach brauche ich gute zwei Stunden Berieselung und Ablenkung mit lustigen und kulinarischen TikTok-Videos und am Ende einen fachfremden Podcast, um irgendwann nach 3 doch noch einschlafen zu können.

05.12.2024 – Heute mal Tagebuch schreiben #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Erstaunlich gut geschlafen im „fremden“ Bett beim Liebsten. Der hat keine Krallen, sabbert mich nicht an und bewegt sich nachts erfreulich wenig. Sogar der Arm hat kaum wehgetan. Dafür verlässt aber des Liebsten Mitbewohnerin schon 6:30 das Haus und wir werden beide davon wach. Dafür gibt es dann Kaffee ans Bett und ganz langsames in den Tag schleichen, weil hier ja auch niemand laut schnurrt. Kuschelig ist es trotzdem und ab und an bekomme ich ein Handy vors Gesicht gehalten und soll was Lustiges angucken oder lesen.

Kurz vor 8:30 stehe ich selber auf und wechsle mit dem Laptop ins Wohnzimmer für ein anderthalbstündiges Webinar mit vielen spannenden Inputs. Dann geht es mit Frühstück nochmal zurück ins Bett, auch wenn der Liebste schon lange arbeitet. Jetzt sind auch die täglichen Rätsel und Sprachaufgaben dran. Um 12 dann wieder aufs Sofa für noch eine Stunde Webinar. So langsam muss ich mir Zeitslots in meine Tage einbauen für die vielen Vor- und Nacharbeiten zu den Inhalten der Webinare.

Ab 13 Uhr ziehe ich mich endgültig an, verabschiede mich vom Liebsten und laufe dann bei schönem Sonnenschein zur S-Bahn (unterwegs dem Stammitaliener winken, der gerade eine Lieferung zum Auto trägt). Mit S-Bahn und Tram geht es in den Pberg zurück. Weil ich noch eine Viertelstunde Wartezeit habe, erledige ich schnell ein paar Einkäufe, dann ist es Zeit für meinen Grippeimpftermin in der Apotheke mit dem besten Wartebereich ever. (Covid-Impf Nr. 7 war ja schon vor Kanada dran)

Der Impfmann macht klare Ansagen: Kein Sport, keine Sauna, nicht zu heiß duschen oder baden, Arsch auf die Couch. Das entspricht ungefähr meinen Plänen für den Rest des Tages, passt also gut. Ich mache mich zu Fuß auf den Heimweg und bestelle mir nebenbei ein spätes Mittagessen zum Mitnehmen beim Asia-Streetfood-Laden des Vertrauens. Zur Überbrückung der Wartezeit und weil es sich gerade gut ergibt noch mehr Einkäufe, für einen Geburtstag morgen. Dann schnell Essen fassen und auf nach Hause.

Die Katzen bekommen ihr Essen noch, bevor ich überhaupt abgelegt habe, dann aber mache ich es mir auf der Couch bequem und schlemme ein Bao Bun mit scharfer Aubergine, Pommes mit Mayo und Apfel-Dumplings mit dicker Vanillesauce. Dazu gibt es den Quittensirup von neulich mit Sprudelwasser. Meine Befürchtung, das zwei Sternanisdingsis zu viel sind (im Rezept stehen sogar drei) bestätigt sich. Der Anis overpowered nicht nur den Zimt, sondern auch die Quitten selbst ordentlich. Der Sirup eignet sich also weniger gut für Quittensaft-Imitation, dafür aber wahrscheinlich gut zum Verfeinern von (alkoholischen) Getränken.

Nach dem Essen werde ich wenig überraschend schläfrig und ratze direkt weg. Quasi im Halbschlaf telefoniere ich nochmal kurz mit dem Liebsten, der einen überraschenden Wasserschaden hat, weil die neu eingezogenen Nachbarn oben drüber ihre Waschmaschine nicht korrekt angeschlossen hatten, ist aber alles schon geregelt, so dass ich direkt weiterschlafen kann. Zwei Stunden komatös, ob nun von zu kurzem Nachtschlaf oder der guten Impfe sei dahingestellt. Spätestens nach dem Aufwachen jedenfalls tut die Gegend um den Einstich jedenfalls ordentlich weh. Praktischerweise nach dem Aufwachen klingelt auch der Paketbote und bringt zwei Pakete, die ich aber erst morgen auspacken werde.

Punkt 20 Uhr schaue ich die Tagesschau live, was ungefähr nie vorkommt, dann folgt um 20:15 ein banaler Weihnachtsfilm auf Netflix (der mit Lindsay Lohan) und hinterher gibt es noch ein paar Folgen The Bear. Ganz schön hektisch, diese Serie! Macht dann nochmal ordentlich wach, so dass ich später noch lange im Bett lesen muss, bis ich gegen 2 endlich wieder einschlafe.

04.12.2024 – Zitronen, goldene

Die Katzen verwundern immer wieder – morgens erstmal die Krallen ausfahren um mich zu wecken, dann aber gar nicht auf Frühstück bestehen, sondern sich nach kurzer Kuschelei einfach anders wieder hinlegen und weiterpennen. Ich dann aber auch, unterstützt von Podcasts, die sich in mein Unterbewusstsein graben und meine Träume beeinflussen. Irgendwann ist dann aber richtig wach und dann beginnt der Tag, spätestens als der Liebste zum morgendlichen Check-in anruft. Danach dann wieder gemütliches Herumsandeln im Bett, bis ich wirklich aufstehe ist es fast Mittag, aber ich habe schon das halbe Tagwerk vollbracht.

Ob der späten Stunde gibt es herzhaftes Frühstück, mit Käsebrot, Tomaten (von der nun ehemaligen Mitbewohnerin hinterlassen) und die letzte Kaki. Dazu heute heiße Schokolade mit „Pumpkin“-(Spice?!)-Geschmack aus dem Adventskalender. Dann nochmal konzentriertes Arbeiten an Dokumenten, bevor der Haushalt meine Aufmerksamkeit erfordert – jede Menge Wäsche abnehmen und verräumen, Geschirr desgleichen, Katzenklo säubern, Quittensirup-Flaschen entkleben, Filmjölk-Ansatz verkosten und nochmal Bakterien nachlegen (Vielleicht ist es nicht warm genug in der Küche?), duschen, anziehen, Rucksack packen und dann los.

Mit Tram und U-Bahn geht es Richtung Ellis. Auf dem Weg gucke ich mein Spotify Wrapped an und bin underwhelmed. Sowohl für Top Songs als auch Top Artists scheinen mir zu wenige Plays auszureichen und die Erkenntnisse darüber hinaus sind äußerst schmal. Das Internet sieht das ähnlich, womöglich liegt es wirklich am Feuern der Analyse-Teams, eine andere Theorie besagt, dass Daten verloren gingen und man aus den Resten was zusammengestoppelt hat, das erklärte auch die verspätete Auslieferung. Jedenfalls, ja, ich habe dieses Jahr mal zwei-drei Tage Taylor Swift gehört, um den Hype zu verstehen und zu wissen, wie die Songs heißen, die ich kenne, aber das macht sie noch nicht zu meinem Top Artist und ich brauche auch keine Videobotschaft von ihr.

Der Rest der Top 5 passt dann eher, auch wenn ich es mir nicht eingestehen will: Hanson, Kelly Family, Jimmy Kelly, NOFX (hihi). Liegt aber vermutlich daran, dass ich da aus Nostalgie auch manchmal ganze Alben höre, während andere Artists eher songweise in meinen Playlists liegen. Bei den Top Songs sind auch zwei vorn, die der Beginn meiner „Aufwachen“-Playlist sind, das ist womöglich korrekt, aber langweilig. Witzig und passend ist, dass ich 2.999 verschiedene Songs gehört habe und der Liebste nur 723…

Bei den Ellis dann quasi nachgeholtes Adventskaffeetrinken mit Stollenkuchen (der richtige Stollen ruht jetzt erstmal), Pfefferkuchen aus der Heimat, Apfel und Tee, dazu Gespräche über Familiengeschichte und Politik, alles wie immer.

Ich halte mich aber nur eine gute Stunde auf – Termine, Termine – und fahre dann mit Bus und S-Bahn nach Südberlin weiter. Dort den Liebsten begrüßen und seine neue Brille bewundern, kurz Sachen abwerfen und umpacken und dann geht es schon wieder mit zwei U-Bahnen zurück „in die Stadt“, diesmal nach Kreuzberg. Dort treffen wir den besten Freund des Liebsten samt Gattin in einem vietnamesischen Lokal. Für mich gibt es Guananbana-Saft (aka Soursop aka Sauersack), ein Vorsüppchen und dann Reismehlpfannkuchen mit Garnelen.

Und weiter geht die wilde Fahrt, noch eine Station U-Bahn und ein bisschen laufen und dann sind wir im Festsaal Kreuzberg zur 40-Jahre-Geburtstagsgala der Goldenen Zitronen. Der Liebste und ich sind ein etwa undankbares Proleten-Publikum, weil wir vor allem die alten Sachen mögen und der ganze neuere Kram uns musikalisch etwas zu verkopft und verkünstelt ist, aber die wenigen alten Songs, die gespielt werden, machen viel Spaß. Nur einer führt zu einem noch Stunden nach Konzertende andauernden Rant des Liebsten, aber darüber breiten wir hier mal den Mantel des Schweigens. Mich versöhnt auf jeden Fall der letzte Song, wegen dem ich eigentlich hingegangen bin. Sorry an die vor Ort getroffene Berliner Cousine, die ein richtiger Fan ist und wirklich begeistert war. 😉

Als wir wieder rauskommen ist es kalt und regnet und so nehmen wir uns dann ein Taxi, statt eine Stunde lang mit den Öffis nach Hause zu fahren. Bis wir wirklich schlafen, dauert es dann auch noch eine ganze Weile (Stichwort Rant).

03.12.2024 – Häuslichkeiten

Heute den Gedanken der Zwischen-den-Jahren-Freiheit so richtig embraced und erstmal wieder sehr lange im Bett liegengeblieben – also über die normale Morgenroutine hinaus und direkt noch Korrespondenz und Bankgeschäfte mit erledigt. Dann ist es irgendwann schon halb 12 und so langsam sollten die Katzen mal was essen – und ich auch. Also mache ich die Weihnachtsplaylist an und stehe auf.

Heute gibt es heiße Schokolade mit Vanille im Adventskalender, für die Katzen Fleisch-Mix aus der Tüte. Dann setze ich die gestern gekaufte Milch in einem großen Glas mit einem Esslöffel Schwedenmilch an und hoffe auf baldige Bakterienvermehrung. Weitere Schwedenmilch landet mit Sanddorngelee und Nuss-Müsli in der Frühstücksschüssel.

Der Balkon blüht noch

Nach dem Essen bleibe ich direkt in der Küche und widme mich den letzte Woche gekauften Quitten. Eine hat sich leider schon komplett der Fäulnis hingegeben, aber aus den anderen Dreien mache ich Sirup und Konfekt, allerdings letzteres mit Flotter Lotte statt Pürierstab und dadurch weniger Fummelei beim Schälen und Entkernen. Das darf dann alles auf dem Balkon abkühlen, während ich die Überzuckerung mit Käsebrötchen und dem Rest Raita vom Sonntag bekämpfe.

Auch danach bleibe ich im schöpferischen Bereich und widme mich wieder der Weihnachtsgeschenkbastelei, während im Hintergrund Little Women läuft. Die Version ist nett, kommt aber nicht an die mit Winona Ryder, Claire Danes und Kirsten Dunst heran, mit der ich aufgewachsen bin. Zu wenig linear, zu wenig weihnachtlich. Reicht aber trotzdem als Untermalung, um das Geschenk in der vierten Sitzung endlich fertig zu bekommen. Danach bin ich müde und könnte ein Nickerchen gebrauchen. Da aber gleich mein heutiges Webinar beginnt, mache ich mir stattdessen schnell noch den Rest Pasta von gestern warm und lasse mich dann eine Stunde lang inspirieren und setze fleißig Bücher auf meine Wunschliste.

Kurz nach Webinar-Ende kommt die potenzielle neue Mitbewohnerin auf ein Glas Wein vorbei und wir erörtern das Wie und Wann. Alles noch etwas unklar, aber wir hoffen jetzt einfach mal das Beste. Sucht jemand ein WG-Zimmer in der Nähe der Wuhlheide? Je schneller sich ein*e Nachmieter*in findet, desto schneller kann sie bei mir einziehen…

Nachdem sie wieder weg ist, trinke ich noch die letzten zwei Gläser Wein aus, telefoniere mit dem Liebsten und schaue dann weiter The Bear, bis mir die Augen zufallen und ich ins Bett wechsle.

02.12.2024 – Vier Wäschen für ein Halleluja

Ein bisschen mit dem Gedanken aufgewacht, dass jetzt aktuell so viel Zeit zu haben auch ein bisschen so ist, wie verlängerte Weihnachtsferien. Die herrlich langsame Zeit zwischen den Jahren, nur angenehm verlängert. Das mal ein wenig auskosten, wie Herr Buddenbohn formulieren würde. Entsprechend wird dann auch direkt die nichtkonfessionelle Winterfeiertagsplaylist angeschmissen (Evtl. fehlen mir hier noch Diwali- und Kwanzaa-Songs?) und mit dem heutigen Adventskalender-Inhalt (heiße Schokolade mit Ingwer) plus Kaki, Clementine und Croissant zum Frühstück in die Badewanne gelegt.

Danach setze ich mich gemütlich aufs Sofa und plane den Tag und die Woche vor. Unter anderem werde ich den Tag über gleich vier Maschinen Wäsche waschen, was an sich übertrieben scheint, aber am Ende doch irgendwie Sinn ergibt. Es kam nämlich ein Paket mit neuen Winterklamotten an, außerdem blieb letzte Woche Dreckwäsche liegen, dann ist endlich mal eine Ladung Wollwäsche voll und jemand (nicht hier) hier hat aus Ärger über den Auszug der Mitbewohnerin wo drauf gepinkelt, wo nicht draufgepinkelt werden sollte – macht am Ende vier.

Zwischendrin gibt es eine Mittagspause mit Stulle und Birnen-Fenchel-Salat. Dazu schaue ich mir das Interview von Caren Miosga mit Christian Lindner an, um den Puls zwischendurch auch mal in Wallung zu bringen. Schön aber, wie ihm die Expert*innen leicht passiv-aggressiv sagen, dass er keine Ahnung hat und sich schleunigst schleichen sollte.

Kurz danach kommt Mama vorbei, die in der Nähe beim Sport war, und wir bringen uns bei einer Tasse Tee auf den neuesten Stand. Dann gehe ich noch kurz mit raus und erledige ein paar Einkäufe, aber da ist es schon wieder dunkel. Wieder drinnen habe ich einen lange geplanten Videocall und dann ist es auch schon wieder Zeit fürs Abendbrot. Ich mache aus dem Rest Blumenkohl eine sizilianische Pastavariation mit Sardellen, Pinienkernen, Rosinen und Safran, dazu geröstete Semmelbrösel statt Käse.

Abends schaue ich ein paar Folgen The Bear, das mir gestern nochmal wärmstens empfohlen wurde und dann ist auch bald schon wieder Schlafenszeit. Winterschlaf, so wichtig!