Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.
Erstaunlich gut geschlafen im „fremden“ Bett beim Liebsten. Der hat keine Krallen, sabbert mich nicht an und bewegt sich nachts erfreulich wenig. Sogar der Arm hat kaum wehgetan. Dafür verlässt aber des Liebsten Mitbewohnerin schon 6:30 das Haus und wir werden beide davon wach. Dafür gibt es dann Kaffee ans Bett und ganz langsames in den Tag schleichen, weil hier ja auch niemand laut schnurrt. Kuschelig ist es trotzdem und ab und an bekomme ich ein Handy vors Gesicht gehalten und soll was Lustiges angucken oder lesen.
Kurz vor 8:30 stehe ich selber auf und wechsle mit dem Laptop ins Wohnzimmer für ein anderthalbstündiges Webinar mit vielen spannenden Inputs. Dann geht es mit Frühstück nochmal zurück ins Bett, auch wenn der Liebste schon lange arbeitet. Jetzt sind auch die täglichen Rätsel und Sprachaufgaben dran. Um 12 dann wieder aufs Sofa für noch eine Stunde Webinar. So langsam muss ich mir Zeitslots in meine Tage einbauen für die vielen Vor- und Nacharbeiten zu den Inhalten der Webinare.
Ab 13 Uhr ziehe ich mich endgültig an, verabschiede mich vom Liebsten und laufe dann bei schönem Sonnenschein zur S-Bahn (unterwegs dem Stammitaliener winken, der gerade eine Lieferung zum Auto trägt). Mit S-Bahn und Tram geht es in den Pberg zurück. Weil ich noch eine Viertelstunde Wartezeit habe, erledige ich schnell ein paar Einkäufe, dann ist es Zeit für meinen Grippeimpftermin in der Apotheke mit dem besten Wartebereich ever. (Covid-Impf Nr. 7 war ja schon vor Kanada dran)

Der Impfmann macht klare Ansagen: Kein Sport, keine Sauna, nicht zu heiß duschen oder baden, Arsch auf die Couch. Das entspricht ungefähr meinen Plänen für den Rest des Tages, passt also gut. Ich mache mich zu Fuß auf den Heimweg und bestelle mir nebenbei ein spätes Mittagessen zum Mitnehmen beim Asia-Streetfood-Laden des Vertrauens. Zur Überbrückung der Wartezeit und weil es sich gerade gut ergibt noch mehr Einkäufe, für einen Geburtstag morgen. Dann schnell Essen fassen und auf nach Hause.
Die Katzen bekommen ihr Essen noch, bevor ich überhaupt abgelegt habe, dann aber mache ich es mir auf der Couch bequem und schlemme ein Bao Bun mit scharfer Aubergine, Pommes mit Mayo und Apfel-Dumplings mit dicker Vanillesauce. Dazu gibt es den Quittensirup von neulich mit Sprudelwasser. Meine Befürchtung, das zwei Sternanisdingsis zu viel sind (im Rezept stehen sogar drei) bestätigt sich. Der Anis overpowered nicht nur den Zimt, sondern auch die Quitten selbst ordentlich. Der Sirup eignet sich also weniger gut für Quittensaft-Imitation, dafür aber wahrscheinlich gut zum Verfeinern von (alkoholischen) Getränken.

Nach dem Essen werde ich wenig überraschend schläfrig und ratze direkt weg. Quasi im Halbschlaf telefoniere ich nochmal kurz mit dem Liebsten, der einen überraschenden Wasserschaden hat, weil die neu eingezogenen Nachbarn oben drüber ihre Waschmaschine nicht korrekt angeschlossen hatten, ist aber alles schon geregelt, so dass ich direkt weiterschlafen kann. Zwei Stunden komatös, ob nun von zu kurzem Nachtschlaf oder der guten Impfe sei dahingestellt. Spätestens nach dem Aufwachen jedenfalls tut die Gegend um den Einstich jedenfalls ordentlich weh. Praktischerweise nach dem Aufwachen klingelt auch der Paketbote und bringt zwei Pakete, die ich aber erst morgen auspacken werde.
Punkt 20 Uhr schaue ich die Tagesschau live, was ungefähr nie vorkommt, dann folgt um 20:15 ein banaler Weihnachtsfilm auf Netflix (der mit Lindsay Lohan) und hinterher gibt es noch ein paar Folgen The Bear. Ganz schön hektisch, diese Serie! Macht dann nochmal ordentlich wach, so dass ich später noch lange im Bett lesen muss, bis ich gegen 2 endlich wieder einschlafe.