Nach dem es gestern so gut lief, muss heute natürlich ausgeglichen werden – das Universum im Gleichgewicht oder so. Die Nacht ist unruhig und kurz, weil Noosa und Nimbin finden, sie bräuchten gemeinsam genauso viel Platz im Bett wie der Liebste und ich dann eben zwischen beiden Parteien schlafe, mit dem wehen Arm. Ab 5 geht nichts mehr. Halb 7 stehe ich auf und mache dem Liebsten Kaffee, um 7 bricht er auf zur Arbeit und ich drehe mich nochmal um und schlafe komatös erst bis halb 9 und dann bis 10. Bis ich mich zum Aufstehen aufrappeln kann, ist es schon fast 12, da bin ich dann aber schon mit Italienisch, Französisch, Bloggen und Internet leer lesen durch. Die Katzen genießen die Sonne auf dem Balkon.

Frühstück Italian style – Kaffee, Kekse, Obst (Kaki und Apfel) und dann muss ich auch schon los. Mit der Tram geht es zu einem Bürgeramtstermin in Lichtenberg. Ich bin zwei Minuten vor Termin da, werde pünktlich aufgerufen und bin zwei Minuten später wieder draußen. Wenn man erst mal einen Termin hat, ist das System extrem effizient. Zum Mittag bin ich mit einem Freund verabredet, der in Lichtenberg wohnt. Ich laufe durch ein Plattenbauviertel. Wir treffen uns am Supermarkt und holen uns dort was. Dann geht es weiter zu ihm – ein moderner Neubau mitten und ganz versteckt zwischen der alten DDR-Platte.

Wir erzählen, während das Essen sich wärmt – ich habe Ofenkäse und Butterbrezel, der Freund macht sich Spiegeleier mit Chilis und ein Burger-Patty.

Kurz nach dem Essen ist dann schon wieder Aufbruch. Tram und S-Bahn bringen mich zurück in den Pberg, ich habe wieder Physiotherapie. Heute machen wir keine Übungen, sondern ich bekomme manuelle Therapie, ausführliche Gespräche und Tipps und liege dann hinterher wieder auf den Heizkissen, diesmal gleich 20 Minuten, weil ich keine Anschlusstermine mehr habe.
Auf dem Heimweg ist es schon stockdunkel. Ich halte an einem Späti an, bei dem ich auf dem Hinweg im Augenwinkel Quitten entdeckt habe, und nehme mir welche mit. Die dürfen jetzt erst einmal eine Weile die Wohnung parfümieren und dann habe ich auch schon Ideen, was ich noch damit anstellen kann.

Den Rest des Nachmittags und den Großteil des Abends liege ich platt auf der Couch – immer noch müde und nach wieder 10.000 Schritten ordentlich erschöpft. Ich schaue mir gleich zwei lange Interviews mit Angela Merkel zu ihrem Buch an, eins von Hazel Brugger (das Unterhaltsamere und Unerwartetere) und eins von Anne Will. Zwischendurch bastele ich mir schnell einen Reste-Kartoffelsalat mit Gurke, Dill, Zitrone und saurer Sahne. Kurzer Schnack mit der Mitbewohnerin und dann geht es gegen 10 mit This Is Us in die Badewanne und bald darauf ins Bett – heute mit zusätzlichem Wärmekissen für Schulter und Arm.