Ich verwende „sehr okay“ hier wie der Liebste, wenn er ein Essen als „äußerst mittelmäßig“ bezeichnet. Er kommt aus Ostwestfalen, das ist quasi das größtmögliche Kompliment. Der Tag ist gelinde gesagt fantastisch, auch wenn die Erkältung natürlich immer noch nicht weg ist. Es fängt schon mal damit an, dass kein Wecker klingelt und dass die Sonne scheint (Ich wache trotzdem vor 7 auf, danke Katzis).
Ich hoppele fröhlich im Bett liegend durchs Internet und rolle dann irgendwann tatsächlich meine Yoga-Matte aus und gucke was geht.
Von den Übungen im Video kann ich nur einen Bruchteil richtig mitmachen, aber schon die Stimmung hilft mir, mich besser zu fühlen. In den Zeiten, wo ich nicht mitkomme, mache ich stattdessen Übungen, die mir die Physiotherapeutin gestern gezeigt hat. Nicht ohne Schmerzen, aber nach und nach gehen sie zumindest einfacher.

Danach gibt es Frühstück – „Peanut Butter & Jelly“-Brote mit Erdbeerkonfitüre und Sanddorngelee und eine reife Kaki. Mit Blick auf meinen Terminkalender und das Wetter beschließe ich, mein mittägliches Webinar über das Handy zu verfolgen und dabei eine stramme Runde spazieren zu gehen. Könnte man fast als Walking bezeichnen, was ich da mache, aber die Armbewegungen sind mir noch ein bisschen unangenehm und peinlich, die lasse ich weg, sobald irgendwo Menschen zu sehen sind. Tempo und Gang passen aber schonmal einigermaßen.

Das Webinar ist schon vorbei, aber ich kehre erst wieder nach Hause zurück, als das Schrittziel erreicht ist und die Sonne langsam hinter Wolken verschwindet. Dann kurz verschnaufen (keine 20 Minuten), bevor es klingelt und das dritte und wahrscheinlich letzte WG-Casting der Woche der Woche ansteht. Die Kandidatin und ich haben von Anfang an einen sehr guten Draht zueinander und quatschen nach den Formalitäten noch sehr lange mit einer Tasse Tee. Gut möglich, dass das klappt.

Als sie weg ist, mache ich mir Reste von gestern zum Mittagessen warm – nochmal Pellkartoffeln mit Blumenkohl, verfeinert mit Röstzwiebeln. Danach hätte ich eigentlich Platz im Zeitplan für weitere Produktivität, aber ich bin auch sehr müde und erschöpft von so viel frischer Luft und Bewegung. Ich packe noch die eben angekommene Crowdfarming-Kiste aus und lande dann auf dem Bett und ruhe mich aus, bis kurz vor 7 dann der Liebste klingelt.

Wir feiern das Wiedersehen nach knapp drei Wochen ordentlich. Es gibt Aperol Spritz, Käse, Oliven und Taralli zum Aperitif, dann klingelt der Lieferfahrer und bringt Carpaccio, Burrata, Tagliatelle alla Bolognese und Spaghetti mit Trüffelcreme und Steinpilzen. Das Restaurant packt uns noch eine Panna Cotta mit Karamellsauce und eine Handvoll Gianduia-Pralinen kostenlos mit drauf. Hachz.


Nach dem Essen machen wir es uns mit einem Fläschschen Primitivo und den Katzen auf dem Sofa gemütlich, erzählen und schmieden Pläne. Dann geht es schon gegen 23 Uhr ins Bett, denn morgen klingelt der Wecker wieder früh.
Ein Kommentar zu „26.11.2024 – Ein sehr okayer Tag“