Ich schlafe bis nach 8 Uhr und überaus gut – scheinbar holt sich der Körper so alle acht bis zehn Tage mal alles zurück, was er in der Zwischenzeit entbehren musste. Gemütlich langes Bettliegen, Liebstentelefonat… Dann schaue ich das aktuelle Spitzengespräch auf SPON, mit Ricarda Lang, Philipp Amthor, Gregor Gysi, Marie-Agnes Strack-Zimmermann mit Michel Friedman. Spannend und unterhaltsam, wenn auch nicht unbedingt neuerkenntnisreich. Dazu gibt es Frühstück (Müsli mit Apfel, Kaki und Trauben), teilweise in der Badewanne – das Gespräch ist lang.
Zum Haare trocknen liege ich wieder im Bett und schaue Downton Abbey, dann wird es höchste Zeit, aufzustehen. Das Teilzeitkind hat seit eben Herbstferien und wir fahren weg. Also Sachen packen, Katzen versorgen und dann auf nach draußen. Mit Tram und U-Bahn geht es zu meinen Eltern – Pflanzen gießen und nach der Post sehen – und dann mit Bus und S-Bahn weiter nach Südberlin. Nebenbei immer mit einem Auge auf den Bahn-Updates, denn wegen des Biden-Besuchs sind alle Fahrpläne heute noch ungewisser als so schon.
Wir beschließen, vorausschauend zum Ostbahnhof zu fahren und dort schon in den Zug zu steigen, falls rund um den Hauptbahnhof das große Chaos ausbricht. Also fahren wir erst mit einer S-Bahn, lassen dann die volle Ringbahn vorbeifahren, nehmen eine andere S-Bahn, steigen am Ostkreuz um in eine weitere S-Bahn und sind dann mit einer halben Stunde Vorlauf am Ostbahnhof. Wir holen uns noch Proviant und stehen dann mehr als pünktlich am Gleis. Minuten nach der geplanten Abfahrt kommt die Info, dass der Zug 20 Minuten später losfährt – wegen verspäteter Bereitstellung. (Vorher waren in der App Dinge über verspätetes Personal und eine zu erwartende Baustelle auf der Strecke zu lesen gewesen, ohne konkrete Auswirkungen auf die Fahrtzeiten. Die Baustelle materialisierte sich nicht.) Gänzlich unbeeindruckt von Biden fahren wir dann los, als die Menschen am Hauptbahnhof einsteigen, habe ich mein Sushi schon fast aufgegessen.

Der Zug ist brechend voll. Da das Teilzeitkind mein Handy okkupiert, habe ich viel Zeit, den Hund zu beobachten, der schräg gegenüber im Kofferabstellding herumliegt. Der Umstieg in Hannover wird sportlich, aber der Anschlusszug wartet (ohne vorherige Ansage) doch noch auf uns. Noch ein Stündchen Fahrt nach Bremen – jetzt mit Handy, so dass ich Duolingo und Babbel machen kann. Am Bremer Hauptbahnhof ist dann wegen heute begonnenen Freimarkts die Hölle los. Wir kämpfen uns durch die Menschenmassen zur Straßenbahn und fahren bis zur Liebstenschwester samt Familie. Koffer hochtragen und auf dem Sofa kollabieren.
Das Nifftenkind ist aufgedreht und schnappt sich das Teilzeitkind für allerlei Schabernack. Die Erwachsenen liegen herum und halten sich an Bier oder Gin Tonic fest (der gute Gin, aus Nova Scotia). Gegen 10 wird das Nifftenkind ins Bett gebracht, eine halbe Stunde später bringt sich das Teilzeitkind selbst ins Bett. Wir anderen halten noch bis etwa 1 Uhr durch, gibt ja genug zu erzählen.