01.10.2024 – Treaty Day Powwow und Debatte

Gestern war in ganz Kanada Truth and Reconciliation Day, heute ist in Nova Scotia Treaty Day, an dem den Verträgen gedacht wird, mit denen die Mi‘kmaq und die Briten ab 1725 und nach 75 Jahren kriegerischen Handlungen diese beendeten und stattdessen „Freundschaft“, Handel und eine Art gegenseitige Duldung etablierten. Die Mi‘kmaq akzeptierten die Präsenz der Briten, die Briten gestanden den Mi‘kmaq zu, weiter eine gewisse Souveränität beizubehalten. Einmal im Jahr, am 1. Oktober, sandte das britische Königshaus den Mi‘kmaq Geschenke zur Bekräftigung des Vertrags. Seit 1986 wird der Tag von der Provinz Nova Scotia regelmäßig begangen und dient als Beginn des Mi‘kmaq Heritage Months dazu, die Kultur und Geschichte der Indigenen zu ehren und lehren.

Hier im Nachbarstädtchen fand deshalb als Teil 2 zur gestrigen Veranstaltung ein kleines Powwow (auf Mi‘kmaw: Mawio‘mi) statt. Im Vergleich zu gestern gab es mehr Foodtrucks und Verkaufsstände mit Mi‘kmaq-Kunst, mehr Menschen in traditionellen Regalia und ein paar weniger orangene Shirts und insgesamt weniger Menschen – wohl weil heute kein Feiertag ist. Mit etwas Verspätung geht dann die Veranstaltung los – mit dem Grand Entry aller Tänzer*innen, dem Präsentieren der Flaggen (Kanada, Mi‘kmaqi, Every Child Matters und eine weitere, die mir nicht ganz klar ist – entweder von der „lokalen“ Mi‘kmaq-Nation oder etwas regionales Militärisches), dem Eröffnungsgesang, dem Tanz für die Veteran*innen.

Dann kommen zur Auflockerungen ein paar Tanzspiele – sämtlich begleitet von zwei Trommelgruppen und entsprechendem Gesang, bei denen man etwas gewinnen kann – McDonald‘s-Gutscheine nämlich. Der Emcee kommentiert das mit trockenem Sarkasmus „For those next dance I welcome everyone with diabetes and high cholesterol to participate, you can win vouchers for this amazing Micky Dee food.” Es folgt ein Tanz für die Kinder, bei dem es für alle Teilnehmenden Süßigkeiten gibt, und dann wird es wieder traditioneller, mit den verschiedenen Altersgruppen und Tanzstilen, die präsentiert werden. Weil es insgesamt nur wenige Tänzer*innen gibt – dieses Mawio‘mi existiert erst im vierten Jahr und ist noch sehr klein – werden da auch Kategorien zusammengelegt und es geht alles etwas schneller.

Zuhause gibt es Muffins und Tee und dann ein ausgiebiges Nachmittagsschläfchen. Dann lese ich in meinem Buch weiter, in dem es genau um die Zeit vor den Treaties geht. Zum Abendbrot kochen wir dann Orecchiette mit Mangold und Regenbogenforelle – sehr Ton in Ton.

Danach lese ich weiter, bis es Zeit für die Vice Presidential Debate zwischen Vance und Walz ist. Endlich zu einer vernünftigen Zeit live mitfiebern! Nur ist dann nicht so viel fiebern, Vance gibt sich erstaunlich nicht-weird und menschlich, Walz verstolpert ein paar Sätze, ansonsten unauffällig bis zum Schluss, als es um January 6 geht und Walz nochmal richtig punkten kann. Weniger spektakulär als Harris gegen Trump, aber hoffentlich kein Hindernis für Trumps Wahlniederlage… Gegen Mitternacht geht es dann auch für mich ins Bett.

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