Ausgeschlafen bis ziemlich genau um acht, brutto also zehn Stunden, mit nur sehr kurzen Unterbrechungen. Es wird, es wird. In der morgendlichen Stille dann das Internet leer gelesen, gebloggt, Französisch und Italienisch gemacht, mit dem Liebsten telefoniert… Und irgendwann ist auch der Rest wach und es gibt Frühstück, heute mit Müsli und vielen Beeren, Erdnussbutter und Marmelade, dafür aber drinnen, weil wir früher dran sind und es draußen noch zu frisch ist. Nach dem Frühstück geht es auf die Couch für weitere morgendliche Spielereien – Wordle, Strands, Connections, Past Puzzle, Bandle, mein aktuelles Handyspiel… Nebenbei schreibe ich mit der Schwester des Liebsten, die gerade das Selbe tut – auf der Heimfahrt von Berlin, wo sie mit dem Liebsten frühstückte als ich noch schlief.
Irgendwann ist es dann Zeit, den Tag ernsthaft zu beginnen, mit Duschen und Anziehen und so. Dann packe ich meinen Koffer aus und richte mich langfristig in meinem Zimmer ein – ich bleibe ja eine ganze Weile. Danach ist es warm genug, um draußen auf dem Deck zu sitzen. Die Sonne glitzert auf dem Wasser, in der Ferne kreischen Möwen, eine sanfte Brise weht immer mal über das heißer werdende Decke und ich lese mich im letzten der Bücher fest, die ich auf Empfehlung der norwegophilen Cousine ausgeliehen habe: Linn Ullmann – Das Verschwiegene. Angefangen habe ich das schon vor einer Weile, kam aber nicht richtig rein und mir fehlte auch die Muße zum Lesen. Jetzt klappt es und ich lese mit Unterbrechungen weiter, bis es abends halb 11 ins Bett geht.
Die Unterbrechungen:
Am frühen Nachmittag kommt eine Freundin meiner Eltern zu Besuch, die ich bisher erst einmal, nämlich gestern vor elf Jahren, getroffen habe, wie Facebook mich später erinnert. Sie selbst ist Inuk und hat das Wochenende auf einem Retreat hier in der Nähe verbracht, auf dem First Nations (hier in Nova Scotia vor allem Mi‘kmaq), Settlers (europäischstämmige Mehrheitsbevölkerung) und Immigrant*innen zusammenkommen, um gemeinsam das Land (in diesem Fall von einem Schädling befallene Bäume) und sich selbst zu heilen – durch Gemeinschaft, Gespräche und angeleitete Zeremonien. Sehr spannend. Wir essen Pflaumenkuchen, Scones und Obst. Nach zwei Stunden bricht die Freundin wieder auf, sie hat noch einen langen Heimweg vor sich, lädt uns aber ein, sie demnächst zu besuchen.

Direkt im Anschluss brechen wir auf an den Strand, um uns noch ein wenig zu bewegen. Das bedeutet hier erst einmal eine Viertelstunde Autofahrt durch Wald und kleine Dörfer, dann sind wir am offenen Meer. Weil es langsam Richtung Flut geht, ist der hintere Strandbereich schon schwer erreichbar, so laufen wir nicht die ganze Strecke, sondern kürzen ab und gehen durch das Hinterland, an der Lagune entlang, zurück.







Wieder zuhause gibt es dann einen frühen Sundowner (Viel Orangensaft mit wenig Campari), mit dem ich mich dann wieder zum Lesen aufs Deck zurückziehe.

Nach und nach dämmert es und wird wieder frischer, zwei Chipmunks jagen sich vor meinen Augen über das Deck. Als es zu kalt wird, wechsle ich auf die Couch. Die letzte Unterbrechung ist dann das Abendbrot, Reste von gestern, Salat und Brot. Dann wieder Couch. Am Ende des Tages habe ich knapp zwei Drittel des Buchs geschafft.
Ein Kommentar zu „15.09.2024 – Sonntagskuchen, Besuch, Strand und Lektüre“