So, die heißen Tage sind vorbei, ab jetzt fast norwegische Verhältnisse in Berlin, nur wärmer und mit weniger Regen, wa? Mich weckt heute der Wecker, denn ich habe etwas vor am Vormittag. Erstmal jedoch ausführliche Morgenroutine im Bett und dann Frühstück (Müsli) in ebendiesem. Dann packe ich ein paar Dinge zusammen, denke länger als sonst über meine Kleidung nach (das Wetter, der Anlass) und fahre mit Tram und U-Bahn zum… Büro. Völlig ungewohnt nach den letzten Monaten, ich werde mich aber auch auf absehbare Zeit nicht mehr daran gewöhnen müssen.
Ich werde freudig und teils überrascht begrüßt, mache eine ausführliche Runde und spreche mit allen, die da sind. Es gibt viele Umarmungen und gute Wünsche. Heute sind Gäste da, aus Paris und London, und es gibt sehr viel „Oh hi!!!! And… bye, I guess?“. Mit einer Pariser Kollegin setze ich mich in den Meetingraum, gebe ihr meinen Laptop und meine Zugangskarten und bespreche Bürokratisches. Dann bin ich noch als Gästin zu einem letzten Meeting geladen und kann sehen, dass es doch auch ganz wirklich ohne mich weitergeht. Dann kann ich ja beruhigt gehen, letzte Umarmungen einheimsen und dann die Tür und dieses Kapitel nach 14 (in Worten: vierzehn!) Jahren hinter mir schließen.
Zufällig hat mein Bruder gerade gleich um die Ecke zu tun, also treffen wir uns auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen, das ist der Situation wohl angemessen.

Wir schwatzen eine gute halbe Stunde, dann fährt er weiter zu einem Termin und ich zum Alex. Die letzten Tage haben gezeigt: Ich brauche eine neue Bratpfanne. Die damals vom Hasen da gelassene tut‘s nicht mehr, die, die ich vorher hatte, ist schon lange nicht mehr da und der Ex-Mitbewohner hat seine natürlich auch mitgenommen. Ich laufe also durchs Kaufhaus (dieser Standort bleibt erhalten und ist schon rebranded, die tolle Lebensmittelabteilung leider ganz schön dezimiert und ohne außergewöhnliche Südfrüchte) und gucke mir diverse Pfannen an. Nach Herstellern sortiert, ein merkwürdiges System. Ich werde trotzdem fündig und habe dann eine hochwertige Pfanne samt Deckel für einen okayen Preis, geht doch.
Mit Pfanne im Rucksack fahre ich nach Hause und lege mich zum Veratmen des Vormittags erstmal auf die Couch. Jetzt nach vorne gucken, es gibt Dinge zu organisieren und zu planen. Fortschritte bei der Reisebuchung, eine überraschend erfreuliche Mail vom Internetprovider mit ausführlicher Entschuldigung, Umsetzung meiner Forderungen und Gutschriften für die entstandenen Unannehmlichkeiten. Bleibt also nur noch die Baustelle mit dem Schimmel, aber da telefoniere ich morgen hinterher.
Zum späten Mittagessen gibt es Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl, dazu höre ich weiter Podcasts und lese mich durchs Internet. Am frühen Abend dann los zum Yoga, schon wieder nach vielen Wochen Pause. Heute gibt es eine an meinen Arm angepasste Variante und das geht dann erstaunlich gut. Keine Planks und Hunde für mich und einiges anderes muss auch abgewandelt werden. Hinterher schaut sich die Yogalehrerin, die ja auch meine Physiotherapeutin ist, noch ausführlich meinen Arm an und bestätigt meine Laiinnenmeinung, dass da höchstwahrscheinlich nur ein oder mehrere Muskeln gezerrt sind.
Auf dem Heimweg kaufe ich noch einen letzten Liter Hafermilch von dem Urlaub und mache über 12.000 Schritte heute voll. Zuhause dann Schnittchenteller (Girl Dinner? und Restewein in der Badewanne, bevor es nicht zu spät ins Bett geht. Da der Wecker morgen noch früher klingelt, bleibe ich nicht bis zur Debate wach.
