21.01.2024 – Herzerwärmend

Bis auf kleinere Nicklichkeiten in Bezug auf die gerechte Verteilung der Bettdecke heute Nacht sehr gut und fast acht Stunden am Stück geschlafen. Gegen 8 bin ich wach und lese mich gemütlich durchs Internet, bis halb 10 auch der Liebste aufwacht – als das Teilzeitkind fragt, ob es fernsehen darf – und uns Kaffee macht. Als wir gegen 11 aufstehen habe ich auch noch gebloggt und einen Teil meines Italienisch-Pensums erledigt. Die „neue“ App Busuu habe ich dann jetzt durchgespielt, nach nur etwas über zwei Monaten. Also zumindest den Kurs, der meinem Lernniveau entspricht (bis auf den Abschlusstest, den muss ich in zwei Wochen nochmal machen, da ich gestern zu viele Flüchtigkeitsfehler gemacht habe, während laute Musik lief und ich mit dem Liebsten plauderte. Es gibt noch zwei Anfängerkurse, aber für die ist mir meine Zeit zu schade. Also Abo gekündigt (Schade, dass es das nur für ein ganzes Jahr gab….) und Benachrichtigungen ausgeschaltet. Bei Duolingo und Babbel habe ich weiterhin zu tun und mit ein bisschen Glück kommt da auch nochmal bisschen imperfektes Konditional und andere komplexere Verbkonstrultionen oder aktuelle Entwicklungen (bei Busuu ging es zuletzt um die Finanzkrise und den Klimawandel).

Kurz nach 11 sitzen wir am Frühstückstisch, traditionell mit Spiegelei, Taboulé, Aufstrichen und bröckeligem geriatrischem Gouda. Bei der Planung für den Tag manifestiert sich, dass hier heute keiner nach Mitte zur Demo fahren wird. Zu viele To Do‘s offen, außerdem Schienenersatzverkehr auf der Strecke. Dann bin ich wohl beim nächsten Mal wieder dabei. Nach dem Frühstück beginnt der Liebste mit Räumarbeiten in seinem Zimmer (das Teilzeitkind und er wollen die Zimmer tauschen, davor muss noch einiges entrümpelt werden) und ich habe einen Bildungsauftrag.

Morgen früh ist Deutschtest und da gilt es, nochmal die vier Fälle durchzugehen, wie man danach fragt und sie bestimmt – inkl. eines von mir selbst entwickelten Probetests zum Thema. Außerdem lerne ich die „Satzgliederpflaume“ kennen – ein Modell zur Erläuterung von Subjekt, Prädikat, den den verschiedenen Objekten (Genitiv-, Dativ- und Akkusativ-) sowie den verschiedenen Adverbialbestimmungen. Hilfreiches Ding, auch wenn der Pflaumenvergleich schief ist. Das lässt sich besser einprägen, als was wir in der Grundschule gemacht haben. Interessant ist, mit einem zehnjährigen Kind zu diskutieren, welche Adverbialbestimmungen „des Grundes“ und welche „der Art und Weise“ sind. Bei der Gelegenheit lernt das Kind auch die Sesamstraßentitelmelodie kennen und hat jetzt hoffentlich einen cringen Ohrwurm davon, wie Papa und ich dazu singend durch die Küche tanzen. Alles für den Lernerfolg!

Dann noch eine Hausaufgabe – das Kind soll im Internet nach guten Nachrichten suchen und diese abschreiben. Wir entscheiden uns dann gemeinsam für den weltweiten Rückgang des Tabakkonsums, wobei für mich die gute Nachricht der Woche natürlich die ganzen Anti-Nazi-Demos sind. Danach ist Mathe dran – ich kann (aus dem Stand, möchte ich betonen), im Rechenweg bei der schriftlichen Multiplikation aufdecken und nachdem dieser Knoten geplatzt ist, klappt es dann auch mit dem Ergebnis. Zur Festigung gucken wir uns das Ganze nochmal von einer vertrauenswürdigen Drittperson auf YouTube erklärt an. Schule fertig.

Inzwischen ist es fast 14 Uhr. Das Teilzeitkind geht mit dem Nachbarskind spielen, ich gehe mich anziehen und liege dann aktiv auf der Couch, während der Liebste noch weiter an seinem Zimmer werkelt und dann zockt. Bei mir gibt es den Rest vom Italienisch-Pensum, Handyspiel, Verfolgung der vielen Demofotos und Berichte aus ganz Deutschland (Hachz!!!), inkl. Live-Berichterstattung von vor dem Reichstag durch den Lieblingsnachbar, der in loser Folge Fotos schickt. Zwischendurch versuche ich, auf dem Kindle Fabrizia Lanzas „L‘ultimo dei Monsù“ weiterzulesen, komme aber nicht allzu weit. Aller Italienischkursfortschritte zum Trotz ist literarisches Italienisch nochmal eine andere Hausnummer und verlangt volle Konzentration und vermutlich auch mal Wort-für-Wort-Übersetzung/Dekodierung, damit ich da nachhaltig weiterkomme. Überfliegen und halbwegs den Sinn erfassen geht, wenn ich nicht nebenbei immer vom Internet abgelenkt werde, aber wirkliches Durchdringen ist noch nicht.

Gegen 18 Uhr gibt es ein frühes Abendessen zu viert inklusive Nachbarskind – Fusilli bucati corti mit der veganen Bolognese von gestern – dann hüpft das Teilzeitkind unter die Dusche. Kurz nach 19 Uhr treffen wir uns zu dritt auf dem Sofa und schauen noch eine Folge „Duck Tales“. Dann geht das Kindelein ins Bett und liest und wir schauen erst die Tagesschau und dann insgesamt noch vier Folgen „Reservation Dogs“, bevor auch wir uns kurz nach 23 Uhr zurückziehen.

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