Irgendwann im Laufe des Nachmittags fällt mir auf, dass es ja immer noch hell ist, obwohl ich heute schon so viel erlebt habe – und das im Januar. Ganz erstaunlich, wie viel mehr in einen Tag passt, wenn man nicht den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt. Auch generell ist diesen Winter gefühlt viel mehr Sonne in Berlin als sonst, ich möchte das lobend erwähnen.
Nun aber zum Beginn des Tages – angesichts des späten Zu-Bett-Gehens hatte ich mir vorsorglich einen Wecker auf 9:00 gestellt, um vor meinem Termin alles zu schaffen, tatsächlich wache ich aber schon kurz nach halb 8 auf – zu früh für mein Schlafbedürfnis, aber im Nachhinein gerade noch rechtzeitig. Ich drehe meine morgendliche Runde durchs Internet und blogge in Ruhe und stehe dann gegen halb 10 auf. Das Anziehen geht schnell, den Bikini ziehe ich gleich drunter. Dann noch den Abwasch von gestern erledigen, die Katzen füttern, das Katzenklo durchsieben, die Sporttasche packen, den Wochenend- und Arbeitsrucksack packen. Dann mache ich mir Frühstück – zwei überreife Bananen gehören verbraucht, bevor ich weg bin. Es gibt also Banana Pancakes, die sich im Verlauf wohlwollend gesprochen als Banana Kaiserschmarrn herausstellen, mit Zimt und frischer Maracuja. Auf ein Foto habe ich aus Pietätsgründen verzichtet. Sanddornsaft gibt es auch noch.
Dann ist es plötzlich schon furchtbar spät. Ich ziehe mich schnell an und renne schwer beladen los. Altes Katzenstreu in die Mülltonne, mich und mein Gepäck in die S-Bahn, auf nach Südberlin. Ich liege gerade noch gut in der Zeit, dann hält nach dem Umsteigen die U-Bahn an jeder Station länger als normal und als ich aussteige ist es literally fünf vor zwölf. Rolltreppe hoch, Fahrstuhl hoch, Treppe runter, schnell Klamotten ausziehen, Tasche und Rucksack im Spind verstauen, wieder Treppe hoch und Leiter runter in den Pool. Der AquaFitness-Kurs hat schon angefangen, das Becken ist supervoll und ich muss mir ein bisschen Platz erkämpfen.
Dann kann es aber losgehen. Leider ist heute nicht der fluffige Trainer vom letzten Mal dran, sondern die osteuropäische vermutliche ehemalige Leistungssportlerin, die ich vor Monaten schonmal erwischt hatte. Es geht also ordentlich zur Sache und wir überziehen sogar ein bisschen, so dass ich doch auf die vollen 45 Minuten komme. Einmal komplett durchgewrungen schleppe ich mich hinterher in die finnische Sauna, die erfreulich leer ist. Von da geht es dann in den Ruheraum, in dem ich feststellen muss, dass mein Kindle leer ist und erst aufgeladen werden muss. Stattdessen blättere ich durch eins der herumliegenden Frauenmagazine, immerhin ein recht feministisches.
Gegen halb 2 fühle ich mich ausreichend regeneriert, um mich wieder umziehen zu gehen. Dann laufe ich zum Liebsten nach Hause und telefoniere unterwegs mit meinen Eltern, die die erste Nacht zurück in Berlin gut überstanden haben. Als ich dabei quer über den Markt laufe, hoffe ich, dass mir heute morgen Quarkbällchen mitgebracht wurden. Beim Liebsten zuhause erwarten mich laute Musik und ein durch die Küche tanzender Liebste, der mit Akribie die ganze Wohnung grundreinigt. Die Mitbewohnerin hat ihren Teil schon fertig, das Kind ist „shoppen“ gegangen.
Ich setze mich mit einem Quarkbällchen (juhu!) aufs Sofa und verschnaufe erstmal kurz. Dann ist es Zeit, das Kindelein zu einem Playdate zu bringen. Wir treffen uns zu dritt an der Bushaltestelle und fahren ein paar Stationen gemeinsam. Dann zeigen wir den Weg, müssen aber an der letzten Straßenecke stehenbleiben, es soll so aussehen, als wäre es ganz alleine gekommen. Nun gut. Als wir sehen, dass die Tür geöffnet wird und das Kind drinnen ist, drehen wir auf dem Absatz um und spazieren nach Hause – über den Kanal und durch den Park.

Dazwischen gibt es Abstecher in zwei Supermärkte und einen Drogeriemarkt und dann sind wir auch schon wieder zuhause. Der Liebste setzt die Gemüsebrühe fürs Abendbrot an, ich lege mich in die Badewanne und wasche mir das Chlor aus den Haaren, während der Liebste weiter putzt und räumt. Dann lege ich mich zum späten Mittagsschlaf hin, während der Liebste eine Runde zockt. Nach einer Stunde etwa ist er wieder da und die Musik auch. Er kocht die vegane Bolognese und ich mache meine Italienisch-Übungen. Gegen halb 8 sitzen wir drei Erwachsenen beim Abendbrot, kurz danach wird das Kind heimgebracht, mit bunter Strähne im Haar und spannenden Geschichten vom Shoppen, Spielen und gemeinsamen Kochen. Es hat Brokkoli gegessen und das hat geschmeckt. Mein Weltbild wackelt. Als es fertig erzählt hat, schauen wir zu dritt eine Folge „Duck Tales“ Dann geht der Liebste nochmal zocken, das Teilzeitkind und ich öffnen eine Tüte Chips und erzählen noch ein bisschen. Denn noch kurz, denn dann muss es dringend in sein Zimmer.
Nun gut, ich beschäftige mich weiter mit den Chips und TikTok und den vielen Demobilderb aus dem ganzen Land (hachz!), bis der Liebste zurückkommt und die Schlafenszeit des Kindes einläutet. Wir beide schauen dann noch die ersten drei Folgen der dritten Staffel „Reservation Dogs“ und dann ist gegen Mitternacht auch bei uns game over.