12.01.2023 – Homeoffice, aufregende Pläne, gutes Essen und spannende Doku

Der Wecker weckt mich zur normalen Zeit, die Katzen sind noch sehr müde und schlafen einfach weiter. Was da wohl nachts wieder los war. Ich tue morgendliche Dinge und sitze dann irgendwann gegen halb 10 am Laptop, mit Mate, Toast mit Pistaziencreme bzw. Quittengelee, Blutorange, Kaki und Blaubeertee. Der ursprüngliche Plan für diesen Homeoffice-Freitag sah vor, mittags mit dem Lieblingsnachbar spazieren zu gehen, aber erstens ist immer noch Glatteiswarnung und zweitens hat meine Chefin gestern Abend noch angekündigt, dass ich um ungefähr die anvisierte Zeit herum verfügbar sein müssen werde, um etwas zeitkritisches zu erledigen, das in unserem Team nur ich kann.

Ich ändere also als erstes den Plan und kümmere mich direkt danach gleich noch um andere organisatorische Dinge, bis gegen 11 das erste Meeting stattfindet – mit Dortmund, Biesdorf, Lichtenberg und Moabit (?). Danach arbeite ich an den verschiedensten Dingen weiter: Ich fasse Diskussionspunkte zusammen und schreibe eine Mail nach oben, ich nehme ein Anliegen eines Kollegen auf und schreibe eine Mail nach ziemlich weit oben, ich schreibe eine vorbereitete Mail an mittelweit oben (großer Verteiler), ich telefoniere mit dem Kollegen in Lichtenberg…

Als sich abzeichnet, dass sich die Aufgabe, für die ich mich bereithalte, verspätet, mache ich Mittagspause. Ich bastle mir einen Salat aus Rucola, Fenchel und Apfel mit Olivenöl-Zitronen-Dressing (neulich im Internet inspiriert worden), dazu gibt es Vollkornbrötchen mit Leberkäse und richtigem Käse. Dann spiele ich auf dem Handy und höre wieder den „Jüdisch in der DDR Podcast“. Zurück am Schreibtisch habe ich einen spontanen Call mit einer Kollegin im Büro (!) und beschäftige mich danach mit Zahlen in einer Tabelle, schreibe dann zwei E-Mails an Gruppen von Leuten basierend auf der Tabelle und mache mir daraus eine vierteljährliche Aufgabe im Projektmanagementsystem.

Dann endlich kommt die Mail mit der Aufgabe und ich aktualisiere unsere Unternehmenswebseite entsprechend. Kurz danach ist es Zeit für ein Meeting mit dem ganzen Team, das auf jeden Fall das Highlight des Arbeitstages ist. Wir freuen uns gut gelaunt über die Neuigkeiten des Tages und den Freitag, dabei haben drei von fünf eine Katze auf dem Schoß. Alle drei Katzen sind heute sehr fotogen und posieren wie es sich gehört. Die Katze, die zur vierten Kamera gehört, jagt derweil die Hunde des Hauses, hat also keine Zeit für Meetings, und der Hund von Kamera fünf ist gerade beim Friseur. Trotzdem guter Schnitt. Wir besprechen eine neue Art, das Projektmanagementsystem für uns zu nutzen (Kernaussage meiner Managerin, für die ich sie knutschen könnte: „We need to work smarter ‘cause we cannot work harder.” und sprechen über ein hoffentlich dieses Jahr stattfinden könnendes Teammeeting im Real Life. Das wäre wirklich ganz famos, denn ich habe bisher nur zwei der Kolleg*innen, mit denen ich Tag für Tag eng zusammenarbeite einmal live getroffen und das ist fast fünf Jahre her und ich war noch ganz neu im Team und schüchtern und die Gruppe war sehr groß…

Da weitere große Aufgaben heute mangels Zuarbeit nicht mehr zu bearbeiten sind, beschäftige ich mich bis zum Feierabend dann einerseits mit meinem Wochenbericht und andererseits mit schönen Plänen. Im Rahmen der Pandemie haben wir einen Prozess eingeführt, mit dem man rechtssicher für bis zu 45 Kalendertage im Jahr woanders arbeiten kann – also woanders als im Büro oder Zuhause oder auf Dienstreise. Seitdem trage ich mich mit dem Gedanken herum, das auch vernünftig anzuwenden, habe es aber bisher noch nicht geschafft. Dieses Jahr nun soll es endlich klappen und ich habe schon mindestens zwei Pläne dazu. Nachdem ich heute Morgen noch einer Kollegin geholfen hatte, die Policy zu finden, bin ich jetzt angefixt.

Seit wir ein Büro in Valencia haben (das ist jetzt auch schon fast fünf Jahre so), möchte ich da mal hin. Stadt am Meer im Süden voller Orangenbäume, what‘s not to love? Ich hatte seitdem die begründete Hoffnung, dass das im Rahmen einer Dienstreise passieren könnte, aber dann kam vor nun schon vier Jahren die Pandemie und warf alle Pläne über den Haufen und jetzt ist eine Dienstreise dorthin sehr unwahrscheinlich geworden. Also auf eigene Faust und wenigstens ohne Urlaubstage nutzen zu müssen. Und wenn ich schon in Spanien bin, kann ich auch gleich noch nach Madrid und eine meiner liebsten Kolleginnen sowie meine ehemalige Chefin besuchen. Das Büro in Madrid ist seit meiner Dienstreise dorthin (wo ich die zwei aus meinem Team traf, hier schließt sich der Kreis) umgezogen und das neue kann ich mir ja dann direkt auch mal anschauen.

Ich chatte also mit der Kollegin und der Ex-Kollegin in Madrid und den zwei Kolleg*innen in Valencia, mit denen ich am meisten zu tun habe und dann reiche ich den Antrag ein und buche direkt noch einen Flug. Ich werde also die Woche vor Ostern im Büro in Madrid sein, bei der lieben Kollegin wohnen und abends mit ihr die Stadt unsicher machen, dann zu Ostern den Zug nach Valencia nehmen, die freien Tage am Meer und mit Stadtbesichtigung verbringen, dann die Woche über im Büro in Valencia arbeiten, dann den Zug zurück nach Madrid nehmen, meine Ex-Chefin zum Churros essen treffen und dann wieder zurück nach Berlin fliegen. Großes Yay!

Zum Feierabend wechsle ich dann auf die Couch. Erstmal ein Erdbeerradler und die Woche auf mich wirken lassen. Dann stehe ich irgendwann in der Küche und mache mir Abendbrot – es gibt Kartoffelbrei mit Kohlrabi und einer vereinzelten kleinen gelben Beete drin, dazu zwei hartgekochte Eier und Senfsauce.

Zum und nach dem Essen schaue ich die erste Folge der Doku über den Trip von Joey Kelly und seiner Familie über die Panamericana. Leider läuft die auf irgendeinem RTL-Sender und daher kommt selbst in der Mediathek ständig Werbung. Aber egal, das Thema interessiert mich aus allen Gründen – einmal natürlich wegen Joey Kelly und seiner Familie und dann auch wegen der Challenge an sich und im Besonderen, weil die erste Folge nach den endlosen Vorbereitungen dann von Tuk(toyatuk) über Inuvik und Dawson City nach Whitehorse führt – alles Orte, wo sowohl meine Eltern als auch mein Bruder schon waren – und unterwegs spannende Menschen auftreten, u. A. ein Hundeschlitten-Profisportler und ein First Nation, der nach Jahren im Süden jetzt wieder im Wald lebt. Lohnt sich, anzuschauen!

Durch die ganze Werbung zieht sich das alles ewig, deswegen ist es schon fast 23 Uhr, als die Folge vorbei ist. Ich beschließe, die zweite erst später zu sehen und gehe stattdessen erst in die Badewanne und dann ins Bett.