01.01.2024 – Wohlan denn

Als ich endgültig aufwache ist es noch sehr ruhig im Partyhaus und kurz vor halb 9. Ich verschwinde kurz ins Bad und lege mich dann wieder zum Liebsten auf die Luftmatratze. Nach und nach wachen Menschen auf und tun Dinge und das macht dann auch den Liebsten wach. Wir halten es aber noch eine ganze Weile liegend und kuschelnd aus, bevor sein Kaffeedurst zu groß wird. Nach einer Weile kommt er wieder und gibt mir zwei Schlucke aus seiner Tasse ab – die Schlange an der Maschine war zu lang für eine zweite Tasse. Dann stehe ich auch auf und gehe nach unten. Hier gibt es einen Schwebezustand zwischen Partyaufräumung und Frühstückstischdeckung und diversen Personen in unterschiedlichsten Zuständen. Aufgeweckte Kinder mit Nutellabrötchen, recht zerstörte Erwachsene auf der Suche nach Kaffee, Ibuprofen und Heringssalat, schlafende Teenies (die Mädchen auf der Tanzfläche, die Jungs in der Höhle mit den Computern).

Der Liebste bietet mir einen weiteren Schluck Kaffee für ein halbes Salamibrötchen. Das mache ich ihm gerne und frühstücke dann selbst ganz normal – Käsebrötchen, Guacamolebrötchen, Marmeladenbrötchen, Käsekuchen, Gemüsehäppchen, Kaffee, Fanta (?!). Meinem Magen geht es gut, ich bin nur müde und leicht kopfschmerzig. Als auch die Teenies aufstehen, löst sich die Feiergemeinschaft langsam auf – alle räumen und packen und dann sitzen wir irgendwann mit drei anderen im Auto, bringen die noch nach Hause und dann mich. Der Liebste fährt nach Südberlin, ich bringe meine Sachen nach oben, herze und füttere die Katzen, nehme mir eine Limettenlimo und meine Kopfhörer und gehe dann wieder raus.

Neujahrsspaziergang. Ich höre Hörbuch und laufe durch die Gegend, eine gute Stunde oder mehr lang, bis das Schrittziel erreicht ist. Es ist zu warm für die Jahreszeit, überall gibt es Spuren der Nacht zu sehen. Durch Zufall komme ich auch an einer ausgebrannten Wohnung im Neubaublock vorbei. Später lese ich, dass sechs Menschen dort gerettet wurden, aber eine Katze starb. In meinem Hörbuch geht es um menschliche Abgründe in einer Kleinstadt in Nordschweden, das passt ganz gut zur optischen Stimmung des Spaziergangs.

Wieder drinnen packe ich meinen Rucksack aus, beziehe das Bett frisch und begebe mich dann aufs Sofa. Ich habe noch nicht gebloggt und noch nicht Italienisch gemacht, das hole ich jetzt nach. Dann bestelle ich mir mein Neujahrsessen – Samosas, Paneer Korma, Bhatura und gebackene Litschis mit Marzipanfüllung und gucke „The West Wing“.

Irgendwann telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten, plausche mit dem Mitbewohner, beantworte Neujahrsgrüße… Aber hauptsächlich besteht der Abend aus Sofa, Katzenkuscheln und beim Fernsehen einnicken.

Gegen 10 gebe ich auf und gehe einfach schlafen. Hallo, 2024!

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