Endlich ist mal wieder einer dieser entspannten Montage. Mein erstes Meeting ist erst um 10:30 und das letzte ist erst recht spät, also starte ich ganz langsam in den Tag, um Überstunden vorzubeugen. Im Adventskalender gibt es Eierlikörcreme mit Erdbeergeschmack, eine kurze Internetrecherche ergibt, dass man die nicht einfach als Dessert löffeln, sondern eher als Topping verwenden sollte. Mal gucken, was mir dazu einfällt.

Als ich morgens mit allem fertig bin – nur das Liebstentelefonat wird auf später verschoben, weil er heute in aller Frühe ins Büro muss, setze ich mich an den Schreibtisch und es ist halb 10. Ich frühstücke eine Lussekatte (korrekter Singular?) einen Apfel und zwei Clementinen, eine Pfeffernuss und drei Marzipankartoffeln. Man muss ja die Feste feiern, wie sie fallen.
Wir diskutieren kurz im Team, wie wir auf einen antisemitischen Kommentar bestmöglich reagieren können – das erste Ärgernis der Woche. Außerdem lektoriere ich eine Übersetzung (später noch eine zweite), übersetze selbst etwas für die französische Kollegin, die in Madrid wohnt und gerade im Zug zurück von einem Wochenende in Málaga ist (kurzer Fernwehmoment!). Dann Meeting mit Dortmund, die To-Do-Liste füllt sich. Ich bestelle Getränke für unser Weihnachtsevent am Mittwoch und muss dann auf Zuarbeit warten.
Die Zeit nutze ich, um eine Waschmaschine anzustellen, trockene Wäsche zusammenzulegen, das Katzenklo zu resetten und die Wassernäpfe aufzufüllen. Dann telefoniere ich mit einem Kollegen und bespreche Organisatorisches für die nächsten Tage, bevor ich eine frühe Mittagspause einlege. Ich bringe den alten Katzenklo-Inhalt zum Müll und gehe mir dann neue Hausschuhe kaufen. Die alten drehen gerade eine Runde in der Waschmaschine, weil jemand (ich) Sanddornsaft drüber geschüttet hat. Außerdem haben sie keine feste Sohle und eignen sich nicht so wirklich, um damit auch mal raus auf den Balkon zu gehen. Und an der weichen Sohle verfangen immer alle Katzenhaare der Wohnung. Die neuen haben eine feste Sohle und sind gelb, Fotos bei Gelegenheit. Außerdem hole ich noch schnell Brot, Käse, Äpfel und Kakis.
Zum Mittagessen gibt es dann Brot mit Bio-Gelbwurst und Raclette-Käse (leicht überbacken), dazu die Sauren Gurken mit Erdbeersaft. Dann Meeting mit Dortmund und Ostfriesland, das wir ordentlich überziehen. Dann ein bisschen dies und das arbeiten vor dem nächsten Meeting, mit London und Madrid. Das geht dann direkt über ins Team-Meeting mit Paris, Chicago, Nord- und Südengland. Die Engländerinnen verspäten sich, so haben wir Gelegenheit, über die Szene in Fargo zu reden. Der Kollege hat damals dafür zwei Tage in einem kalten Lagerhaus verbracht, musste die ganze Zeit rauchen und vor Schmerzen schreien. Hinterher war seine Stimme weg, der Großteil seines Textes wurde rausgeschnitten und was bleibt sind 1,5 Minuten, für die er monatlich 13 Dollar Tantiemen bekommt.
Das Team-Meeting selbst geht dann gar nicht so lange wie befürchtet, aber meine To-Do-Liste wächst und ich arbeite danach einfach noch ein bisschen was ab. Der Terminkalender füllt sich auch, nur noch 9 Arbeitstage bis Weihnachten…

Um 18 Uhr klappe ich den Laptop zu und mache mir die Hackfleisch-Mais-Bohnen-Reste von letzter Woche warm, überbacke auch die mit Raclette-Käse und verspeise sie mit Toast auf dem Sofa. Dazu schaue ich die zweite Staffel „Odio il Natale“, die italienische Weihnachtsserie, die in Chioggia spielt und ein Remake (darf man das so sagen, wenn sie fast zeitgleich entstehen?) des norwegischen „Weihnachten zuhause“ ist. Zwischendurch dann endlich Telefonat mit dem Liebsten, der einen langen und anstrengenden Tag hatte. Als die Staffel beendet ist, ist es kurz vor 22 Uhr und ich mache mich direkt bettfertig, um zu lesen. Meine Ellis melden währenddessen Stromausfall wegen Sturm (aka Bäumen auf der Leitung) und schicken später Fotos vom Abendbrot bei Kerzenschein. Ein Gute-Nacht-Telefonat mit dem Liebsten und dann fallen mir irgendwann beim Lesen die Augen zu.
























