Auf die Katzen ist Verlass, sie wecken mich spätestens gegen 8, so auch heute. Die üblichen morgendlichen Verrichtungen, aktuell ergänzt um Covid-Test (negativ) und Adventskalender, dann ein Telefonat mit dem Liebsten, der noch im Bett liegt und Kaffee trinkt, während der Rest der Sippe durch den Hotelpool tobt, bevor sich alle zum Frühstück treffen. Ich selbst frühstücke gegen 11. Es gibt Tiramisù, das der Mitbewohner gestern in einem Anfall von Covid-Trotz zubereitet hat, wonach er sich schleunigst wieder ins Bett legen und schlafen musste, dazu Orange, Apfel und Vanillekipferl.
Dann schaue ich „My Life with the Walter Boys“ zu Ende, telefoniere mit meinem Bruder und beobachte den Schnee, der draußen in dicken Flocken fällt und quasi direkt bei Berührung mit dem Boden wegschmilzt. Irgendwann raffe ich mich auf und ziehe mich an. Ich bringe drei Sorten Müll nach unten, leere den Briefkasten und gehe dann eine Runde Spazieren. Nach etwa einer Stunde bin ich wieder zurück und lege mich direkt wieder hin. Das war anstrengend, so ganz gesund bin ich definitiv auch nicht. Wahrscheinlich hat mein Körper in den letzten Tagen fleißig die umherschwebenden COVID-Viren bekämpft und ist davon erschöpft (nach 5 Impfungen und 2 Infektionen weiß mein Immunsystem vermutlich ganz gut, wie das geht?)
Ich schmiere mir Stullen (Avocado-Kichererbsen-Aufstrich, Bio-Salami, Bio-Tilsiter) und pflege dann eine Tradition aus der Hasenfamilie – „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gucken und dabei satt und zufrieden einschlafen.

Dann ist Telefonieren mit dem Liebsten angesagt, während dort der Baum geschmückt wird, und er berichtet vom Besuch bei seinem Onkel und seiner Tante. Als nächstes versuche ich, etwas nicht-weihnachtliches zu gucken, aber nichts kann mich fesseln. Zum Glück ist es dann irgendwann Zeit und ich schaue parallel mit der Liebstenfamilie um 19 Uhr „Der kleine Lord“.

Danach mache ich mir Wiener warm, esse sie mit gekauftem Kartoffelsalat (meh) und telefoniere mit meinen Eltern in Kanada.

Dort sind gerade Freunde da, die sich auf dem Grundstück einen Weihnachtsbaum ausgesucht haben – und meine Eltern haben sich auch einen geschlagen. Bei uns wurde nämlich seit ich mich erinnern kann noch nie ein Weihnachtsbaum gekauft, Herr Merz! Beim Telefonieren und danach trinke ich den neulich angebrochenen Erdbeerglühwein aus, das stimmt mich milde genug, um dann den sehr fragwürdigen Weihnachtsfilm „Family Switch“ auf Netflix bis zum Ende zu sehen, obwohl der echt hanebüchen ist und plötzlich auch noch Matthias Schweighöfer auftaucht. Schokolade hilft auch.

Danach rufe ich nochmal beim Liebsten an, aber das Teilzeitkind geht ran, weil es gerade auf Papas Handy Fernsehen darf, während Papa mit Onkel K. auf ein Bier an der Hotelbar ist. Es ist recht einsilbig und möchte schnell zurück zu seinem Film. Kurz danach ruft der Liebste dann zurück und wir sagen uns „Gute Nacht“. Ich überlege kurz, noch zu lesen, will dann aber doch nochmal kurz auf TikTok was anschauen und dann ist es irgendwann Mitternacht und ich schlafe einfach ein.