Der Sonntag kommt etwas weniger durchgetaktet daher als der Sonnabend, geht dadurch aber auch irgendwie schneller vorbei. Ich erwache kurz vor 6 aus einem anstrengenden Traum, in dem ich mit dem Zug irgendwo im Nirgendwo strande, zurück nach Rostock fahre und dann Schwierigkeiten habe, rechtzeitig nach Berlin zurückzukommen für Arbeit und Alltag am nächsten Tag. Ich fühle mich immer noch ein wenig kopfschmerzig (das Teilzeitkind und ich teilten uns gestern Abend eine Tablette) und in meinem Hals fühlt sich etwas komisch an. Mich an ähnliche Situationen erinnernd, schleiche ich mich schnell in die Küche und mache einen COVID-Schnelltest, der aber erfreulich negativ bleibt.
Ich lege mich also wieder ins Bett, lese ein wenig und schlafe dann wieder ein. Das nächste Mal wache ich auf, weil der Liebste aufsteht, um Kaffee zu machen, da ist es kurz vor 10 (große Kinder sind toll!). Wir trinken Kaffee im Bett und lesen und ich lese mein Buch (Thorsten Nagelschmidt – Arbeit) aus. Gegen 11 stehen wir auf. Ich räume nach der gestrigen späten Schlacht die Küche auf, der Liebste macht Frühstück und das Teilzeitkind macht Mathe-Übungen.

Dann gehen erst der Liebste, dann ich, dann das Teilzeitkind ins Bad. Während es duscht, ruft mich die beste Freundin meiner Mutter an und befragt uns zu Reisetipps für ihre Freunde für Kanada für nächstes Jahr. Wir kramen in unseren Erinnerungen nach den Namen der Highlights der letzten beiden Sommer.
Gegen 14 Uhr brechen wir mit Lussekatter, Stollen und Stollenkuchen (aus einem Weihnachtspaket) auf zum Adventskaffeekränzchen bei einer Freundin. Dort sitzen gerade mehrere Erwachsene konzentriert an einem Pfefferkuchenhaus-3D-Puzzle und diverse Kinder toben laut durch die Wohnung. Es wird ein teils gemütlicher, teils sehr lebendiger Nachmittag mit Punsch, Stollen, Lussekatter, Bratäpfeln, Apfel- und Kirschstrudel und diversen Weihnachtsleckereien.

Gegen 17 Uhr fahren der Liebste und das Teilzeitkind zurück nach Südberlin, wo noch mehr Mathe wartet. (Das Pensum in der 4. Klasse ist anders als zu meiner Schulzeit, ich war aber auch auf einer gemütlichen Dorfgrundschule kurz nach der Wende und es war nicht gerade erst Pandemie vorher). Der Rest von uns bleibt noch sitzen. Dann verabschieden sich nach und nach die anderen Kinder mit ihren Eltern und zum Schluss sitzen nur noch die Kinderlosen da und helfen der Gastgeberin dann beim Aufräumen. Zu dritt machen wir uns dann auf den Weg.
Am Ostkreuz verabschieden wir uns und der Lieblingsnachbar und ich nehmen gemeinsam die Bahn nach Hause. Ich füttere hungrige Katzen, nehme mir dann gegen den süßverklebten Magen zum Abendbrot zwei Möhren und zwei Bio-Wiener und schaue dann gemütlich auf der Couch einen Weihnachtsfilm – es wird ja langsam eng, sind nur noch zwei Wochen. „The Holiday“ ist heute dran, der vielleicht beste Weihnachtsfilm dieses Jahrtausends (bisher). Als der fast vorbei ist, kommt der Mitbewohner nach Hause und berichtet von seinem Wochenende. Wir sind beide hundemüde und gehen gegen 23 Uhr ins Bett.

Ich öffne noch meinen Adventskalender für die letzten zwei Tage, telefoniere mit dem Liebsten und beginne dann das nächste Buch: Carla Kaspari – Freizeit.