19.06.2023 – Plötzlich ein Konzert

Der Morgen beginnt früh, nach erstaunlich gut durchschlafener Nacht (aber insgesamt nur ca. 6 Stunden Schlaf) wache ich kurz vor dem Weckerklingeln auf, weil der Liebste sich regt. Noosa hat sich unter dem Bett verkrochen, Nimbin wird später verschlafen aus dem Schrank steigen. Der Liebste regt sich jedenfalls und schläft dann aber tief und fest weiter, während ich schnell in die Küche schlüpfe und Kaffee koche. Zum Weckerklingeln um 6:30 Uhr steht der Kaffee dann schon auf dem Nachttisch und es wird ein entspannter kurzer gemeinsamer Morgen mit Kuscheln, Internet leerlesen und sich gegenseitig lustige Bildchen zeigen. Kurz nach 7 steht der Liebste auf und fährt zurück nach Südberlin – das Teilzeitkind fährt nämlich auf Klassenfahrt und verbringt anderthalb Stunden vorher bei ihm, weil seine Mama schon arbeiten muss und dann muss natürlich auch dem Bus nachgewunken werden.

Ich stehe dann auch bald auf, ich habe eine medizinische Probe zu produzieren und in die Facharztpraxis zu bringen. Auf dem Hinweg esse ich als schnelles Frühstück eine Banane und höre außerdem weiter den „Alles gesagt“-Podcast mit Renate Künast. Den höre ich auf dem Rückweg auch und außerdem kaufe ich Erdbeernachschub am Erdbeerhäuschen. Wieder zuhause mache ich mir Erdbeermüsli und sitze dann ab 9:30 Uhr im Balkon-Office.

Ich lese mich durch E-Mails und Chat-Nachrichten, bringe das Projektmanagement-Tool auf den neuesten Stand und erfahre, dass meine Managerin zum vierten Mal Covid hat – zum zweiten Mal in diesem Jahr. Sie lebt ja in England und hat damals soweit ich weiß nur zwei Dosen AstraZeneca bekommen und in England ist die Pandemie ja auch schon viel länger vorbei als im Rest der Welt. Zum Glück steckt sie die Infektionen immer erstaunlich gut weg – Pferdemädchen mit Pferdenatur, steht auch mit Fieber morgens früh im Stall und mistet aus. Aber zumindest fällt damit heute unser Team-Meeting aus, auch weil die beiden amerikanischen Kolleg*innen Juneteenth feiern.

Es bleiben damit nur zwei Meetings übrig, ansonsten kann ich recht entspannt an verschiedenen Dingen arbeiten – eine Rundmail verfassen und abstimmen, ein Präsentationsdeck vorbereiten und die Präsentator*innen einloopen, aus einem letzte Woche geschriebenen Langtext einen Dialog „fingieren“, ein letzte Woche geführtes Interview anfangen zu transkribieren… Zwischendurch meldet sich eine liebe Freundin aus Rostock, die im Namen der Musik in der großen Stadt ist, und wir verabreden uns für den Abend als einzig möglichen Zeitslot für ein Treffen.

In der Mittagspause befreie ich den letzte Woche angesetzten Holunderblütenzucker von den Dolden, zermörsere größere Klumpen und fülle alles in ein leeres Nutellaglas. Dann esse ich den Rest des Mangosalats von gestern in dem Liegestuhl, in dem ich nicht zur Arbeit sitze – abschalten kann ich. Am Nachmittag mache ich nochmal eine kurze Pause und bereite mir eine Henkersmahlzeit zu, bevor ich dann insgesamt rund 18 Stunden nichts mehr essen darf, weil morgen früh ein weiterer medizinischer Test ansteht. Es gibt Stulle mit Butterschmalz, Ei, Kaviar und Balkonschnittlauch.

Ich arbeite noch bis 18 Uhr und klappe dann den Laptop zu und baue das Balkon-Office für heute ab. Die Katzen bekommen Abendbrot, ich bediene endlich meine Sprachlern-Apps, telefoniere nochmal in Ruhe mit dem Liebsten, gehe beim Lieblingsnachbarn Blumen gießen und dann mache ich mich wieder zu Fuß und Podcast hörend auf den Weg in eine Kneipe im (erweiterten) Kiez, irgendwo auf dem Hinweg sagt das FitBit Bescheid, dass ich mein Schrittziel erreicht habe.

Vor der Kneipe sitzen die Freundin aus Rostock und ihr Freund und nach und nach gesellen sich auch andere hinzu. Ich trinke Wasser und wir erzählen (Gesundheit, Musik, Konzerte) und schicken Geburtstagsgrüße an eine gemeinsame Freundin. Dann gehen wir rein zum Konzert von The Great Crusades aus Chicago, das viel Spaß macht.

Ich habe allerdings auch die kurze Nacht, die Wärme, das viele Laufen und das fehlende Abendbrot in den Knochen und werde schnell müde. Konzertschluss ist wegen Auflagen 22:00, ich mache mich aber schon 20 Minuten früher auf den Heimweg und laufe durch die Dämmerung nach Hause. Kurz vor dem Bett ist der Podcast vorbei und als ich drin liege sind schon wieder über 16.000 Schritte auf der Uhr. Kurz nach halb 11 mache ich das Licht aus und schlafe in Sekundenschnelle ein.

18.06.2023 – Am Sonntag will mein Süßer mit mir Brunchen gehen

Es ist Sonntagmorgen, gegen 8 Uhr wache ich auf – angemessen später als in der Woche, aber ich könnte schon auch länger, wenn nicht gewisse vierbeinige flauschige Biester immer so früh Sehnsucht nach mir hätten und mir ihren Plüschkopf in die Augenhöhle rammen würden, liebe Noosa! Allerdings ist das halt auch echt niedlich und kuschelig und gemütlich, sobald sie endlich neben mir umplumpst und schnurrt. Nimbin bleibt derweil noch irgendwo verschollen – im Schrank oder auf dem Balkon – und gesellt sich erst später zu uns. Ich lese gemütlich das Internet leer, blogge, kümmere mich um die Sprachlern-Apps und stehe dann kurz vor 10 auf.

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der Liebste und ich uns 11:30 Uhr treffen und dann Brunchen gehen. Deshalb habe ich früh am Morgen noch ein bisschen was zu tun, um die Wohnung allergieangemessen von möglichst vielen Katzenhaaren zu befreien. Meine Wohnung ist schon unter normalen Umständen eine Herausforderung für den Liebsten, umso mehr aber zu Pollenflughochzeiten, wenn sein Immunsystem eh schon auf Hochtouren läuft. Ich beseitige als erstes die Spuren meines gestrigen spontanen Bett-Tages rund um ebendieses. Dann siebe ich das Katzenklo durch und beziehe mein Bett neu. Jetzt lohnt sich das Staubsaugen so richtig. Zwischendurch ruft der Liebste an und sagt, dass es aus Gründen später wird. Das ist mir ganz recht, denn so muss ich mich nicht hetzen. Ich höre Podcast (erst die aktuelle Folge „Hagrids Hütte“ zu Ende und dann „Alles gesagt“ mit Renate Künast). Und wusele durch die Wohnung. Die Pflanzen müssen noch gegossen und die Wassernäpfe aufgefüllt werden.

Dann dusche ich und setze mich mit nassen Haaren draußen auf den Balkon zum Trocknen. Als der Liebste von unterwegs Zeichen gibt, kämme ich mich, trage Sonnencreme auf und packe meine Handtasche. Dann laufe ich hinüber zum Lieblingsnachbar, gieße seinen Balkon, nasche eine reife Erdbeere und nehme herumliegende Lebensmittelreste mit nach unten. Ich laufe zur S-Bahn und bin dann ein paar Minuten vor dem Liebsten da. Diese verbringe ich drinnen im Kühlen auf der Treppe sitzend und Podcast hörend.

Dann ist der Liebste da und wir spazieren gemeinsam zu unserem Frühstückslokal. Als wir dort ankommen ist es fast 13 Uhr, wir haben also in der Theorie nur noch drei Stunden Zeit zu frühstücken, brauchen am Ende aber weniger. Er bestellt ein herzhaftes Frühstück, ich ein gemischtes vegetarisches. Beide dürfen wir uns dafür mehrere Aufstriche aussuchen – bei mir sind das Avocado-Chili, Limetten-Frischkäse-Meerrettich und Camembert-Preiselbeere. Dann teilen wir uns noch die Pancakes mit Ahornsirup und Bacon und bestellen jeweils einen großen frisch gepressten Orangensaft und einen Latte Macchiato.

Wir schlemmen ausführlich und lange und haben uns dabei viel zu erzählen – und den Damen am Tisch nebenan zu lauschen, die von ihren Erfahrungen mit Männern berichten – eine ist vergeben, die andere auf Dating-Apps unterwegs. Irgendwann haben wir weitestgehend alles aufgegessen und spazieren dann gemütlich und etwas zu vollgefuttert durch den Kiez zu mir nach Hause. Der Eisladen, an dem wir noch anhalten wollten, ist leider heute wegen Krankheit geschlossen, aber vielleicht ist das angesichts des Magenfüllstands gar nicht so schlimm.

Zuhause angekommen, mische ich Almdudler-Schorle aus Sirup und viel Mineralwasser zurecht und serviere außerdem Prosecco mit gefrorenen Himbeeren (Erdbeeren gerade nicht vorrätig). Wir lassen uns in die Liegestühle auf dem Balkon fallen und verbringen dort die nächsten Stunden ganz entspannt. Irgendwann kommt doch noch ein kleines Hüngerchen und wir bestellen uns ein paar asiatische Kleinigkeiten – Tom Kha Gung, vietnamesische Frühlingsrollen, Mangosalat und Algensalat.

Dann dopet sich der Liebste mit der nächsten Anti-Allergikum-Ladung und wir legen uns aufs Bett.

Von den Katzeln bekuschelt schauen wir Comedy-Specials: Matteo Lane, Hannah Gadsby und Jen Kirkman. Und dann ist es auch schon Mitternacht und dringend Schlafenszeit. Der Liebste macht ein Hörbuch an und traut sich nach gutem Zureden meinerseits, sich auf die Seite zu drehen, obwohl Noosa auf seinen Beinen schläft. Die verjagt dann halt Nimbin, der an meinen Bauch gekuschelt gelegen hatte und sich jetzt in den Schrank verzieht, und übernimmt wieder die Pole Position und dann können wir alle vier entspannt einschlafen.

17.06.2023 – Zeit

Ich habe im Kalender und im Blog nachgesehen, heute ist der erste Tag seit dem 5. Mai, an dem ich keine Termine habe und nicht krank bin. Das letzte Mal davor dürfte irgendwann vor der zweiten Covid-Infektion im März gewesen sein. Was ich alles anstellen könnte, mit so viel Zeit! Spoiler: Vor allem Ausruhen.

Ich beginne mit gemütlicher Morgenroutine im Bett. Internet leer lesen, Sprachen lernen, Bloggen, mit dem Liebsten telefonieren… Am Ende ist es schon fast Mittag, als ich aufstehe, die Katzen füttere und mir Frühstück mache. Mit dem Tablett (Ei mit Kaviar, Stullen mit Lachs und zwei Sorten Käse, Joghurt mit Apfel, Tee mit Milch) setze ich mich raus auf den Balkon. Der Himmel ist grau und es gibt immer wieder Schauer, die die Luft abkühlen. Ich hole mir eine Strickjacke und eine Decke auf den Balkon, liege im Liegestuhl und lese, während es ein paar Zentimeter weiter in Strömen gießt.

Vom Lesen und Verdauen werde ich so müde, dass ich mich wieder ins Bett lege, falls mich ein Mittagsschläfchen übermannt. Das passiert nicht, aber ich bleibe dann trotzdem einfach liegen. Irgendwann wechsle ich vom Lesen zu TikTok, bestelle mir ein Kleid, das ich dort unter die Nase gerieben bekomme (sozusagen als Geburtstagsgeschenk für mich, auch wenn es wohl nicht pünktlich ankommen wird) und beschließe dann, mich mit meiner Netflix-Liste zu beschäftigen.

Ich schaue das aktuelle Special von Hannah Gadsby und dann die komplette letzte Staffel „Never have I ever“ (10 Folgen à 25 Minuten, das ist gar nicht so viel!). Zwischendurch esse ich die Aprikosen, die ich mir quasi über Nacht gebastelt habe. Hier hatte ich von dem Trick gelesen, getrocknete Aprikosen über Nacht in Wasser zu legen, dann hat man am nächsten Tag leckeres Aprikosenwasser und fast komplett rehydrierte Früchte. Und was soll ich sagen, das klappt! Überlege schon, nur noch getrocknete Aprikosen zu kaufen, das kommt mich am Ende fast billiger.

Noch später habe ich nochmal Hunger auf Herzhaftes und mache mir eine Portion Paprika-Popcorn aus dem letzten Adventskalender. Ich habe noch so viele verschiedene Tüten übrig und komme so selten dazu, das zu essen. Als die Serie mit dem richtigen Happy End abgeschlossen ist, have ich noch Lust auf mehr Hollywood/Netflix und schaue mir bis kurz nach Mitternacht noch „Here Today“ mit Billy Crystal und Tiffany Haddish an, was sich auch lohnt. Kurz nach Mitternacht ist der Film vorbei und ich gehe Zähneputzen. Nach 10 Minuten Buch lesen ist dann endgültig Schlafenszeit.

16.06.2023 – Menschen, Menschen

Der Freitag lässt sich im Vergleich zu den vergangenen Tagen erst einmal ganz entspannt an. Der Wecker klingelt erst 7:30 Uhr und da ich gestern um 10 im Bett war, fühle ich mich sogar ausgeruht, wenn auch noch nicht wach genug, um gegen 8 sinnvoll auf die Gesprächsthemen des Liebsten einzugehen. Ich mache ganz ruhig mit der Morgenroutine, lasse sogar die Sprach-Apps aus und schaffe es so kurz vor 10 an den Laptop im Balkon-Office – mit Ingwerwasser und Porridge mit Apfel und Zimt, ich habe sogar vergessen, ein Foto zu machen.

Während des ersten Meetings um 10 fängt es an zu regnen, aber ich sitze ja überdacht und kann mich freuen, dass endlich wieder etwas Wasser vom Himmel kommt. Muss mir dann aber Socken und eine Strickjacke anziehen, damit ich draußen nicht friere. Bis 13 Uhr arbeite ich Dinge ab, die sich im Laufe der Woche angesammelt haben. Dann telefonieren der Liebste und ich das zweite Mal heute. Hinterher treffe ich mich unten im Stammcafé mit einem Nachbarn, den ich während der re:publica auf Mastodon kennengelernt habe und der mir ein Geschenk für des Liebsten Geburtstag nächste Woche liefert. Wir essen den wundervollen New York Cheesecake und damit auch ein bisschen Umsatz rumkommt trinke ich noch meinen typischen großen Organic Latte ohne Zucker.

Die Gespräche drehen sich um den Kiez, die Pandemie, das Klima, die Nazis, neue Arbeitsrealitäten, Reisen, Katzen, Ost und West… Schade, dass ich schnell wieder zurück an die Arbeit muss, aber wir können sowas ja jetzt auch öfter machen. Wieder oben beginne ich mit Kreativarbeit, schreibe aus meinen Notizen einen Text zusammen und höre dabei Musik. Um 15 Uhr gibt es ein Teammeeting, bei dem wir u. a. für den Kollegen aus Chicago „Happy Birthday“ singen und ansonsten besprechen, was diese Woche so anlag. Danach Wochenbericht schreiben und letzte E-Mails beantworten. Um 17 Uhr mache ich Feierabend.

Ich gehe rüber zum Lieblingsnachbarn, packe ihm noch ein paar Dinge zusammen und gieße die Pflanzen auf seinem Balkon, die nicht genug Regenwasser abbekommen haben. Dann laufe ich wieder ins Krankenhaus und telefoniere dabei zweimal mit dem Liebsten. Im Krankenzimmer erwartet mich neben dem Lieblingsnachbar auch ein Bekannter, den ich neulich auf dem Immergut und dann am Sonntag im Biergarten getroffen habe. Wir erzählen etwa eine Dreiviertelstunde zu dritt – über Krankheitsverläufe, gemeinsame Freunde, die Arbeit, das Klima, die Nazis… Dann lassen wir den Patienten alleine und der Bekannte nimmt mich im Auto mit nach Lichtenberg, wo er wohnt und ich mit einer Freundin verabredet bin. Im Auto Gespräche über das Klima und das Immergut.

Als ich bei der Freundin ankomme, telefoniert sie grad noch mit dem Lieblingsnachbar und wir dann nochmal einen kurzen Moment zu dritt. Dann gibt es Abendbrot. Sie hat Salat und Pasta gemacht und ich steuere den Nachtisch bei – Ricotta und Mascarpone verrührt, mit Reissirup gesüßt und mit frischer Maracuja getoppt. Während des Essens rufen erst der Liebste und dann das Kind der Freundin an und wir sagen beiden „Gute Nacht“. Dann machen wir es uns auf dem Sofa bequem und reden stundenlang über Dies und Das. Beziehungs- und Familienkonstellationen, Arbeitsverhältnisse, Krankheiten, Feminismus, Psychologie. Nicht über das Klima und nicht über Nazis, immerhin.

Gegen 23 Uhr fallen meiner Freundin die Augen zu – sie hat heute Nacht nur vier Stunden geschlafen – und ich laufe los zur S-Bahn. Zuhause angekommen füttere ich noch die Katzen und lege mich dann mit TikTok ins Bett und schaue noch ein bisschen Videos zu Essen und kulturellen Unterschieden. Zum Glück auch kein Klima und keine Nazis. Es ist 0:40 Uhr als ich pro forma noch einen Podcast anmache und das Handy weglege. Mitbekommen tue ich davon nichts mehr, beim Intro schlafe ich ein.

15.06.2023 – Letzte Anstrengungen

Schon wieder so früh aufstehen, schon wieder Handwerker im Haus. Wieder gegen 6 aufgewacht, wieder zu wenig geschlafen. Pünktlich um 7 klingeln die Handwerker. Diesmal ist das für den Mitbewohner das Zeichen, sein Bett und Zimmer zu verlassen – ohne, dass ich klopfen muss – und sich dann auf dem Sofa im Wohnzimmer hinzulegen und wieder einzuschlafen. Ich sitze derweil auf dem Balkon, trinke warmes Ingwerwasser und lese im Internet herum. Als die Handwerker sich Dreiviertel 8 in die „20-30 Minuten“ Frühstückspause verabschieden, mache ich mir Banana Pancakes mit gedünsteten Äpfeln zum Frühstück.

Dreiviertel 9 sind die Handwerker zurück. Ich packe meine Sachen, wecke den Mitbewohner und verlasse die Wohnung. Mit zwei Bussen fahre ich erst nach Weißensee und dann gefühlt durch Wald und Wiesen hinaus nach Marzahn, wo ich um 10 einen beruflichen Termin habe, der sehr angenehm verläuft. Danach nehme ich Tram und S-Bahn für den Heimweg, das fühlt sich gleich viel urbaner an, geht etwas schneller, aber beinhaltet auch mehr Fußweg. Ich setze mich an den Schreibtisch, erledige ein paar Dinge und schreibe ein paar E-Mails. Dann mache ich gegen 12:30 Uhr Mittagspause.

In der Küche schnipple ich mir einen Reste-Salat zurecht – Lollo bianco, Fenchel, Gurke, lila Möhre, Radieschen und saure Gurke mit einem Dressing aus Joghurt, Tahini und Gurkenwasser. Dazu gibt es wieder Maracuja-Schorle und außerdem Taralli mit Fenchelsamen.

Ich esse auf dem Balkon und lege mich dann für eine halbe Stunde ins Bett und schlafe. Kurz bevor mein vorsorglich gestellter Wecker klingelt, wache ich von Handynachrichten wieder auf. Der Lieblingsnachbar liegt nach OP jetzt auf der Station, auf der mein Bruder auch war und wird da noch eine Weile bleiben müssen. Er bittet mich, vor dem nächsten Regen seine Wäsche vorm Balkon zu holen und seinen Bio-Müll runterzubringen. Die Freundin, mit der ich morgen Abend verabredet bin, will Pläne schmieden.

Alles beantwortet, dann zurück an den Schreibtisch, wo ich 14:30 Uhr ein wichtiges Meeting habe. Hinterher habe ich kreative Sachen zu machen und wechsle dafür mit dem Laptop auf den Balkon. Dort arbeite ich, bis ich Regen rieche. Schnell hechte ich hinüber zum Lieblingsnachbar und rette seine Wäsche – ich dachte ja, „bis zum nächsten Regen“ hätte noch ein paar Wochen Zeit. Viel Regen ist es auch nicht, aber zählen tut der schon. Zurück auf dem Balkon dann noch ein sehr gutes Meeting mit meiner Chefin in Nordengland, das wir um etwa 10 Minuten überziehen, weil es so viel zu besprechen gibt.

Dann ist es 17:40 Uhr und ich arbeite noch einige Kleinigkeiten ab und führe ein weiteres berufliches Telefonat. Um 18:20 Uhr klappe ich den Laptop zu und bringe ihn nach drinnen. Da ich schon beim Lieblingsnachbar war, bleibt als letztes To Do für heute der eigene Biomüll. Und ich möchte Kartoffeln und die letzte lila Möhre beim Abendbrot verwerten, bevor morgen die nächste Biokiste kommt. Dazu schwebt mir ein Stück Lachs vor, also gehe ich nochmal in den Supermarkt. Leider gibt es dort nur Zuchtlachs, so dass ich auf geräucherten Wildlachs ausweiche, nicht was ich geplant hatte, aber wird schon auch schmecken.

Ich backe Kartoffeln und Möhren mit Olivenöl, Salz, Pfeffer und Thymian vom Balkon. Dazu gibt es dann Räucherlachs und dänische Remoulade. Nicht ganz rund, aber schmeckt trotzdem.

Während und nach dem Essen hänge ich auf dem Sofa rum und versinke eine Weile in TikTok. Die Luft ist raus, ich muss dringend Körper und Geist erholen. Kurz nach 9 streiche ich die Segel und mache mich bettfertig. Halb 10 liege ich im Bett und lese noch ein wenig das Internet leer. Um 10 wechsle ich zum Buch und 10 Minuten später schlafe ich tief und fest – mit nur zwei sehr kurzen Unterbrechungen bis zum regulären Weckerklingeln um 7:30 Uhr.

14.06.2023 – Mal wieder vier Tage in einem

Unruhige Nacht und dann gegen 6 Uhr wach, was aber bis auf den Schlafmangel gar nicht ganz so schlimm ist, denn ab 7 kommen Handwerker und bis dahin muss ich präsentabel sein. Gegen halb 7 schaffe ich es aus dem Bett, dusche, ziehe mich an, gieße die Pflanzen und füttere die Katzen. Dann klingelt es auch schon. Ich wecke den Mitbewohner, um dessen Zimmer es geht, durch mehrmaliges lautes Klopfen an seiner Zimmertür und dann können die beiden Herren auch schon loslegen. Währenddessen kümmere ich mich um den Rest meiner Morgenroutine und verlasse dann kurz nach halb 9, den Handwerker-Staffelstab zögerlich an den Mitbewohner übergebend, das Haus.

Nachdem es heute morgen noch sehr sonnig aussah, ist es jetzt eher grau und kühl und ich bin froh, Leggings unter den Rock und eine Jacke über das T-Shirt gezogen zu haben. Ich laufe zu einem Facharzttermin an der Schönhauser Allee. Während ich im Wartezimmer sitze, verblogge ich den gestrigen Tag zu Ende und dann schreibt der Lieblingsnachbar, dass er seit gestern Abend im Krankenhaus ist. Ups. Es folgen die Untersuchung durch die Ärztin, mehr Wartezeit und dann Blutabnehmen, Einweisung in diverse Tests, die ich zuhause machen müssen werde und eine Terminvereinbarung für den August. Beim Blutabnehmen darf sich erst eine Azubi an meinem linken Arm versuchen – es tut ganz schön weh und Blut kommt keins. Danach übernimmt die Fachfrau meinen rechten Arm und zapft Kanüle um Kanüle.

Ich verlasse die Praxis mit Pflastern an beiden Armen und falle fast nebenan beim Espresso Haus ein – jetzt darf ich endlich frühstücken! Eine Kardamomschnecke muss sein und dazu gibt es einen Caffè latte – original schwedisch wäre natürlich der Filterkaffee gewesen, aber ich brauche dringend etwas in den Magen. Weil es jetzt schon später ist als vorher gedacht, fahre ich die eine Station mit der S-Bahn und bin so etwa 10 Minuten schneller wieder zuhause und am Schreibtisch. Die Handwerker sind inzwischen für heute fertig und haben sich bereits bis morgen verabschiedet. Der Mitbewohner und ich schieben noch schnell meinen Schreibtisch zur Seite, denn morgen soll darüber eine Ecke gestrichen werden. Notiz an mich: Hintergrundbild für Videokonferenzen einrichten, das sorgsam zusammengestellte Arrangement funktioniert heute und morgen nicht.

Ich arbeite zwei Stunden lang – inkl. eines Meetings mit Paris – dann mache ich Mittagspause, bringe Müll runter und gehe rüber zum Lieblingsnachbar, gieße seine Pflanzen und packe die Dinge zusammen, die er für ein paar Tage Krankenhaus benötigt. Dann gibt es Käsebrot, Ayran und seine Balkonerdbeeren, die es nicht bis zum Wochenende schaffen, als Mittagessen wieder auf meinem Balkon.

Um 14 Uhr habe ich ein Meeting mit Dublin und danach laufe ich los zum Krankenhaus. Es ist dasselbe Krankenhaus und fast dieselbe Station, wo mein Bruder vor einigen Wochen noch lag. Nach etwa einem Viertel der Wegstrecke sagt das FitBit, dass die 10.000 Schritte voll sind. Im Krankenhaus angekommen ist der Lieblingsnachbar gerade zur Untersuchung. Ich gebe seine Sachen bei den Pfleger*innen ab. Auf dem Heimweg telefoniere ich mit einem Kollegen.

Wieder zuhause arbeite ich weiter. Zwischen drin schreibt der Lieblingsnachbar und bedankt sich für die Sachen. Dann klingelt es an der Tür und mein Paket Crowdfunding-Maracujas aus Sizilien kommt an. Ich werfe gleich den Inhalt von zwei Maracujas in ein Glas mit Sprudelwasser und habe so einen leckeren Nachmittagsdrink.

Gegen 18 Uhr ist Feierabend und ich ruhe mich ein wenig im Liegestuhl auf dem Balkon aus. Dann ist es aber auch schon wieder Zeit, aufzubrechen. Ich bringe den Papiermüll weg und mache mich auf den Weg zum Sport. Wieder einmal fährt die Ringbahn um diese Zeit nicht, diesmal wegen eines Kabelbrands. Ich fahre also einen Umweg mit Tram und S-Bahn und komme gerade eben noch rechtzeitig im Wasser zum AquaFitness-Kurs an.

Das Training ist anstrengend, aber weckt noch einmal für einen Moment meine Lebensgeister. Hinterher gibt es zwei Saunagänge für mich und dann laufe ich im Sonnenuntergang und zwischen einzelnen Regentropfen hindurch zurück zum Ostkreuz. Die Ringbahn fährt wieder und bringt mich in meinen Heimatkiez. Auf dem Weg zurück in die Wohnung telefoniere ich mit dem Liebsten. Zuhause angekommen, esse ich etwas Skyr mit Johannisbeergelee und Haferflocken und trinke meine Feierabendlimo (Dattel-Granatapfel).

Dann siebe ich das Katzenklo durch und lege mich in die Badewanne – etwaige Reste vom Saunaschweiß loswerden und Haare waschen sind angesagt. Außerdem will ich richtig runterkommen und Bettschwere haben, damit ich gut schlafen kann, denn morgen um 7 klingeln ja wieder die Handwerker. Gegen halb 12 liege ich im Bett. Das FitBit meldet 24.646 Schritte (neuer Rekord) und ich schlafe gleich wie ein Stein.

13.06.2023 – Büro-Office und Yoga

Je nach Situation mache ich ja viel Homeoffice, Balkon-Office, Bett-Office und selten Büro-Office (das heißt doch so?), muss ja auch mal sein. Heute zum Beispiel. Und da ich um 9:30 Uhr einen wichtigen Termin habe, für den ich noch Technik aufbauen muss, stelle ich mir den Wecker auf 7 Uhr. Die heiße Nacht, die Katzen und meine Aufregung wecken mich allerdings schon kurz vor 6 Uhr. Für meinen Geschmack deutlich zu früh, aber so komme ich zu einem ganz entspannten Morgen, kann mir noch in Ruhe Frühstück vorbereiten und dann trotzdem kurz vor 9 im Büro sein.

Dort begrüße ich die Kolleg*innen, die schon da sind, gieße mir Milch ins Erdbeermüsli und hole mir einen Cappuccino. Dann baue ich mir in einem Meetingraum einen zweiten Monitor auf, schließe diverse Kabel an und bereite mir drei Tabs auf zwei Displays vor, während ich den Kaffee trinke und ein wenig Müsli löffle. Um 9:30 Uhr ist es soweit und ich führe ein einstündiges Interview mit Tonaufzeichnung. Das direkte Aufzeichnen in Schrift funktioniert leider nicht wie geplant, so dass ich mir nebenbei noch Notizen machen muss. Das nervt ein bisschen, sorgt aber dann auch dafür, dass ich mir die Inhalte direkt besser merke und im Kopf schon strukturiere. Hinterher frühstücke ich zu Ende und bearbeite eingetrudelte Mails und Nachrichten.

Danach folgt ein anderthalbstündiges Meeting. Wir sind zu dritt vor Ort, zwei per Videokonferenz zugeschaltet. In dieser Konstellation ist das selten geworden. Die Mehrheit im Büro, was ist das denn bitte? Hinterher nochmal ein wenig Mails bearbeiten und dann schlüpfe ich mal schnell in den Drogeriemarkt nebenan und hole mir dringend benötigte Blasenpflaster – jedes Jahr dasselbe mit Ballerinas und Co.!

Um 14 Uhr treffe ich mich mit zwei Kolleg*innen in der Büroküche und wir schnappen uns jede*r so viel Pfandflaschen, wie wir mit einem Mal wegbekommen. Die geben wir im Supermarkt nebenan zurück und kaufen dann Süßigkeiten für den morgigen Team-Tag im Büro, der Rest des Geldes kommt in unsere Kasse für zukünftige Anwendungen. Außerdem hole ich mir noch eine „Korean Veggie Bowl“ und esse dann gemeinsam mit dem einen Kollegen in der Büroküche.

Danach habe ich ein Meeting mit Atlanta und beschäftige mich dann damit, die Interviewaufzeichnungen von heute morgen in Form zu gießen. Zwischendurch schneide ich noch mit einer Papierschneidemaschine Papierkärtchen für morgen zurecht, die der Kollege dann gemeinsam mit den Süßigkeiten verteilt. Noch ein kurzes Webinar um 17 Uhr und dann sitze ich noch bis kurz nach 18 Uhr weiter an dem Interview. Kurz vor halb 7 verlasse ich das Büro und fahre mit U- und S-Bahn zum Yoga.

Die Yogarunde ist heute zu viert und macht Spaß, auch wenn ich nicht alle Asanas komplett durchhalte und ab und an Schmerzen habe. Hinterher laufe ich nach Hause und telefoniere nebenbei mit dem Liebsten. Zuhause bastle ich mir ein schnelles Gericht aus Reis-Vermicelli, Sesamöl, Gochuang-Paste, Knoblauch-Ingwer-Paste, Erdnussmus, Sesam, Rührei und Gurken. Nächstes Mal noch etwas mehr Sojasauce und dann ist es perfekt. Dazu gibt es Feierabendlimo (Pflaume-Ingwer) und TikTok, bis ich gehen halb 12 die Augen zu mache.

12.06.2023 – Im Fazit ein sehr guter Tag

Das war so eine Nacht, in der ich mich erst nur neben die Bettdecke lege und mit ihr und den Katzen kuschele. Irgendwann stecken die Füße unter der Decke, nach dem nächtlichen Klogang gegen 3 ziehe ich die Decke bis zur Hüfte und am Morgen wache ich dick darin eingemummelt auf. Die Temperaturen sind in diesem Zeitraum um knapp 10 Grad gefallen und die Balkontür steht ja die ganze Zeit offen. Ich erwache nicht vom Weckerklingeln oder von alleine, sondern weil Nimbin mich anschreit und Aufmerksamkeit respektive Futter haben will. Immerhin ist es gar nicht mehr so früh, da geht das in Ordnung. Ich widme mich der Morgenroutine und als der Liebste gegen halb 8 schreibt, dass das Teilzeitkind auf dem Weg in die Schule ist, telefonieren wir direkt das erste Mal an diesem Tag.

Später sitze ich mit Erdbeermüsli mit Joghurt, Kaffee mit Hafermilch (andere Milch war aus, aber so schmeckts auch) und Wasser mit Johannisbeersirup am Schreibtisch und beginne die Arbeitswoche. Da zwei meiner montäglichen Meetings abgesagt wurden, habe ich nur zwei insgesamt (eins mit Bochum – währenddessen flattert die Todesmeldung von Berlusconi rein – eins mit Berlin) und ansonsten viel Zeit, mich um Dinge zu kümmern, die letzte Woche wegen der re:publica liegen geblieben sind. Ich ernte die Früchte, die ich letzte und vorletzte Woche gesät habe und habe nun diese Woche drei Termine für das nächste Großprojekt im Kalender (das letzte wurde letzten Freitag endlich abgeschlossen). Ich löse eine Aufgabe mit sinnvollem Einsatz von ChatGPT, was mich nicht von Sorgfalt und Nachdenken befreit, aber den Prozess definitiv beschleunigt. Ich bereite administrativen Kram vor, der mir während der Woche Zeit sparen wird und räume im Projektmanagementtool auf.

In der Mittagspause hänge ich Wäsche auf, lege vorher trockene zusammen und setze eine zweite Maschine an – jetzt bin ich auch da wieder auf „Inbox zero“. Dann schnappe ich mir die fünf Mehrwegdosen, die sich in den letzten zwei Wochen hier angesammelt haben, spaziere zu einem Restaurant in der Nähe, das alle vorhandenen vier Formate annimmt und gebe diese zurück. Essen muss ich noch nichts, das Frühstück war reichlich. Am Nachmittag habe ich nachdem alle Aufgaben erledigt sind noch etwas Zeit und schaue die letzten beiden Webinare an, die noch in meinen Bookmarks rumhingen und zu denen ich nach dieser Woche den Zugang verloren hätte. Und telefoniere das zweite Mal heute mit dem Liebsten.

Danach gehe ich nochmal nach draußen und besorge im Bio-Supermarkt Wollwaschmittel (habe ich heute alle gemacht), Milch (war ja alle), Rohrzucker und Pistazien. In den Rohrzucker lege ich wieder zuhause die restlichen Holunderblüten vom Wochenende ein. Damit und mit den Pistazien will ich für meinen Geburtstag nächste Woche backen. Dann mache ich mir zwei dicke Stullen mit dem Rest Pastrami und zwei Sorten Käse (der letzte Waldmeisterkäse und den royalen Käse) und bastele mir dazu einen Salat aus Lollo bianco, Gurke, lila Möhren und Fenchel mit Zitronendressing. Dazu gibt es Ayran und eine Feierabendlimo (Orange-Vanille). Ich esse auf dem Balkon und dann wird es dort im Schatten überraschend schnell kühl.

Also lege ich mich aufs Bett, trinke die Limo weiter und schaue mir verpasste re:publica-Sessions an – Kübra Gümüşay, Tupoka Ogette, Galerie Arschgeweih – während der Mitbewohner mit einem Freund pakistanisches Essen kocht. Dann gehen die beiden spazieren und ich mache mich bettfertig. Zwischendurch noch das dritte Telefonat mit dem Liebsten und dann lese ich noch in paar Seiten. Um 23:30 Uhr fallen mir die Augen zu und ich lege den Kindle weg und beschließe den Tag.

11.06.2023 – Holunderküchl, Familie und Biergarten

Es ist Sonntag und wir dürfen ausschlafen – irgendwann gegen halb 9 werde ich wach, weil der Liebste aufsteht und Kaffee macht. Da ist das Teilzeitkind schon eine ganze Weile in seinem Zimmer beschäftigt und hat Pizzareste von gestern geknabbert. Als es mitbekommt, dass wir wach sind, kommt es zu uns ins Bett und beschlagnahmt mein Handy zum Zocken. Zum Glück habe ich ja noch mein Diensthandy, so dass wir eine ganze Weile lang friedlich zu dritt mit jeweils einem Handy herumliegen können. Wegen eines Klopapier-Engpasses kommt dann aber heute früher Leben in die Bude. Gegen 10 steht der Liebste auf und geht zur Tanke, während ich den Frühstückstisch decke. Wir essen gemeinsam und dann gehen die Großen nochmal ins Bett und das Kind in sein Zimmer – Turnen, Hörspiel hören oder sowas.

Wir lesen und erzählen, ich mache Sprachlernsachen und blogge und alles ist sehr gemütlich. Ab 12:30 Uhr gehen wir alle nacheinander ins Bad, duschen und ziehen uns an. Während das Teilzeitkind duscht (das dauert am längsten), sitze ich im Liegestuhl des Liebsten auf dem Balkon und sammle Ideen für die Herbstferien, bzw. alternativ meinen Herbsturlaub, falls der Liebste und das Teilzeitkind andere Pläne haben.

Dann holen wir die Holunderblüten von gestern aus dem Kühlschrank und fahren mit S- und U-Bahn zu meinen Eltern. Dort gibt es erstmal kalte Getränke für alle und das Teilzeitkind bekommt als nachträgliches Geburtstagsgeschenk noch eine schöne gebundene Ausgabe vom „Krabat“ von Otfried Preußler. Mama und das Teilzeitkind verschwinden dann auf den Balkon, verlesen die Blüten und sammeln Blattläuse ab.

Dann bereiten sie einen Eierkuchenteig zu und frittieren die Blüten darin. Währenddessen schneide ich Erdbeeren klein und Papa und der Liebste spielen mit Technik aus den 90ern herum (ein Handheld-PC von Compaq und Mamas erstes Notebook von damals), die Papa beim Aufräumen gefunden hat.

Dann gibt es Kaffee, Tee und Holunderküchl mit Erdbeerkompott, Geschichten von früher und Urlaubsplanungen für den Sommer.

Nach dem Essen spielen Mama und Teilzeitkind mehrere Partien Schach und wir anderen unterhalten uns nebenbei über dies und das.

Kurz vor 18 Uhr brechen wir auf zum nächsten Termin. Mit zwei U-Bahnen geht es nach Friedrichshain, wo wir in einem Biergarten mit meinem Cousin und seiner Freundin, meiner Cousine und meinem Bruder verabredet sind. Der Liebste und das Teilzeitkind nehmen nur ein Getränk und fahren dann heim nach Südberlin. Wir anderen essen und trinken gemütlich und lange. Witzigerweise ist Berlin mal wieder ein Dorf. Erst hatte ich beim Umsteigen am Alex auf dem Nachbarbahnsteig den Mitbewohner erspäht, dann tauchten im Biergarten drei bekannte Gesichter auf – eins ist der Mann der Zufallsfreundin, die uns ja neulich im Schwimmbecken begegnet war, die anderen beide sind Freunde von ihm, die ich beide auch auf dem Immergut getroffen habe. Von wegen anonyme Großstadt!

Ich trinke Rieslingsekt – erst mit Birnensaft, dann mit Erdbeer- und Rhabarbersaft. Zum Essen gibt es Senfeier und Kalten Hund mit wahnsinnig leckerem Pfirsicheis.

Dann stößt auch noch der Freund meiner Cousine zu uns und es dauert dann bis nach 22 Uhr, bis wir alle bezahlen und aufbrechen. Vor ein paar Jahren hätten wir noch in den Geburtstag meines Cousins reingefeiert, aber heute sind alle zu müde und müssen morgen zu früh aufstehen, als dass das eine gute Idee wäre. Ich spaziere noch mit meinem Bruder, der sein Fahrrad dabei hat, zur U-Bahn und fahre dann mit U- und S-Bahn nach Hause, wo mich zwei hungrige und unterkuschelte Katzen erwarten, die es sich auch in dieser heißen Nacht wieder nicht nehmen lassen werden, sich an mich zu kuscheln und mich dann nachts mehrmals um Aufmerksamkeit heischend zu wecken. Bis zum Einschlafen lese ich noch ein paar Minuten in „Patria“ und dann ist das Wochenende schon wieder zu Ende.

10.06.2023 – Wochenend’ und Sonnenschein

Juhu, im frisch bezogenen Bett und mit nur einer kätzischen Unterbrechung gegen 3 Uhr fast acht Stunden durchgeschlafen. Das war auch dringend nötig. Ich lasse mir Zeit bei den üblichen morgendlichen Verrichtungen, telefoniere dabei zweimal mit dem Liebsten, bewundere kurz die Blütenpracht auf dem Balkon und breche dann auf nach Südberlin.

Die Zeit in S- und U-Bahn nutze ich zum Bloggen. Ich nehme eigentlich lieber die Route mit 2x S-Bahn, weil die Laufwege kürzer sind und man fast die ganze Zeit Internetempfang hat, aber die dauert eben auch 20 Minuten länger und ich werde doch zum Frühstück erwartet. Als ich ankomme, hören der Liebste und das Teilzeitkind gerade laut die Ramones, während sie am Herd stehen und das Teilzeitkind sein erstes eigenes Rührei zaubert. Ich kümmere mich noch um den Obstteller und dann können wir frühstücken.

Nach dem Essen chillen nochmal alle kurz, dann klingelt es an der Tür und der Besuch des Teilzeitkinds ist da. Die Kids verbringen erst ein wenig Zeit im Kinderzimmer und gehen dann nach draußen in den Park. Irgendwann tun wir das auch, denn erstens ist Wetter und zweitens brauche ich Holunderblüten, die ich mit dem Schnitzmesser des Teilzeitkinds ernte.

Irgendwann haut die Allergie des Liebsten voll rein und er tritt schnell den Heimweg an (und reserviert auf dem Weg noch schnell einen Tisch beim Stammitaliener für den Abend), während ich gemütlich noch eine kleine Runde durchs Grüne drehe. Auf dem Heimweg treffe ich die Kids, denen sehr heiß ist, und nehme sie wieder mit nach Drinnen, wo es erst einmal Getränke und Ruhe für alle gibt. Dann klingelt es wieder und das Nachbarskind stößt dazu. Jetzt toben also drei Kinder durch die Wohnung, der Lautstärkepegel steigt exponential, aber irgendwann zieht es sie auch wieder nach Draußen.

Am frühen Abend gehen wir dann zu viert zum Stammitaliener, außerdem stoßen noch die beste Freundin des Liebsten und später die Mutter des Besuchskinds dazu. Wir teilen uns Antipasti, Bruschette und Focaccia, dann gibt es Pizza für die Kinder, Pasta mit Pfifferlingen für den Liebsten, Salat für seine beste Freundin und Calamari alla livornese für mich und dann hinterher noch das gemischte Dessert zum Teilen für alle. Dann gehen die Kids nach Hause und werfen sich vor den Fernseher, während wir Erwachsenen zu dritt und dann zu viert noch einen Drink zu uns nehmen und erzählen. Kurz nach 9 schleichen wir uns wieder in die Wohnung, stellen aber fest, dass die Kids gar nichts Verbotenes gucken. Dann verabschieden sich das Besuchskind und seine Mama. Wir anderen sitzen noch eine Stunde zusammen, bis das Teilzeitkind ins Bett verschwindet und dann noch eine weitere Stunde zu dritt.

Kurz nach 11 sind wir dann nur noch zu zweit und gucken mit zwei Wochen Verspätung endlich das Serienfinale von „Marvelous Mrs Maisel“ bevor es gegen halb 1 glücklich, zufrieden und sehr sehr müde ins Bett geht.