20.06.2023 – Durchgetaktet

Der Wecker klingelt um 7, da bin ich gerade schon im Bad. Heute muss ich einen Lebensmittelunverträglichkeitstest durchführen und der ist kleinschrittig und zeitkritisch, weswegen ich ihn extra auf heute Morgen gelegt habe, weil ich dienstags Teststruktur und Meetingplan einigermaßen so miteinander koordinieren kann, dass sich nichts überschneidet und ich am Vortag immerhin noch bis 17 Uhr essen kann. Es beginnt mit einem Glas warmem Wasser und einer Mundspülung. Dann muss ich die Testlösung herstellen und zu einem dokumentierten Zeitpunkt trinken. Jeweils 30, 60, 120 und 180 Minuten später muss auf eine bestimmte Art in ein vorher beschriftetes Teströhrchen geatmet werden. Zwischen diesen Zeitpunkten blogge ich, füttere die Katzen, gieße die Pflanzen, habe ein erstes Meeting und arbeite. Frühstücken und mehr trinken darf ich erst nach der letzten Probe um 10:45 Uhr. Ich schlinge so viel Erdbeermüsli wie möglich runter, bis um 11 das nächste Meeting beginnt – 18 Stunden fasten ist nichts für mich!

Dann anderthalb Stunden Meeting – heute wieder alles im Balkon-Office. Die Mittagspause nutze ich für Duolingo und Babbel, zum Abknibbeln welker Pflanzenteile, zum Durchsieben des Katzenklos, zur Entgegennahme und zum Bereitstellen eines neuen Katzenklos (das alte wandert erstmal als Zweitklo auf den Balkon) und zum Aufräumen. Meine beiden Nachmittagsmeetings werden abgesagt, so dass ich mich bis 17 Uhr aufs Abarbeiten konzentrieren kann – Interview zu Ende transkribieren, eine Präsentationsübersetzung Korrektur lesen, eine Kollegin in Dublin in ein Thema einführen, Projektkoordination mit Paris und London… Zwischendurch esse ich noch den Rest Algensalat von Sonntag und zwei Stullen mit Hummus und Käse, Radieschen und Apfel.

Von 17 bis 18:30 Uhr nehme ich an einem Webinar meines Berufsverbands Teil und mache mir fleißig Notizen, um die Erkenntnisse morgen mit meinem Team teilen zu können. Dann ist Feierabend. Ich füttere die Katzen, packe meinen Rucksack für Übernachtung und Büro, schnappe mir den Holunderblütenzucker und die restlichen Erdbeeren sowie eine Mülltüte und den Umschlag mit meinen Teströhrchen und mache ich auf den Weg in die zweite Schicht.

Müll wegbringen, Balkon des Lieblingsnachbarn gießen, Teströhrchen versenden, Butter-Milch-Eier-Mehl-Muffinförmchen kaufen und dann mit der S-Bahn nach Südberlin. Also eigentlich mit drei Bahnen, weil es auf beiden relevanten Streckenbereichen Probleme gibt. Noch von unterwegs bestelle ich gemischte griechische Vorspeisen zum Liebsten, die dann schneller da sind als ich, so dass er die Schulung unterbrechen muss, an der er gerade teilnimmt, um das Essen entgegen zu nehmen.

Kurz nach halb 9 komme ich endlich an. Der Liebste begrüßt mich kurz, stellt sich seinen Abendbrotteller zusammen und verschwindet nochmal für anderthalb Stunden in die Schulung. Ich esse gemütlich und mache mich dann daran, 36 Erdbeer-Holunderblüten-Muffins fürs Büro morgen zu backen.

Damit bin ich etwa 2 Stunden beschäftigt, weil ich in drei Lagen backen muss – aber der Liebste hat ja eh noch keine Zeit. Danach Chillen und TikTok auf der Couch. Um Mitternacht köpfen wir eine Flasche Sekt und ich darf vier Geschenke auspacken. Gegen 1 liegen wir im Bett.

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