18.06.2023 – Am Sonntag will mein Süßer mit mir Brunchen gehen

Es ist Sonntagmorgen, gegen 8 Uhr wache ich auf – angemessen später als in der Woche, aber ich könnte schon auch länger, wenn nicht gewisse vierbeinige flauschige Biester immer so früh Sehnsucht nach mir hätten und mir ihren Plüschkopf in die Augenhöhle rammen würden, liebe Noosa! Allerdings ist das halt auch echt niedlich und kuschelig und gemütlich, sobald sie endlich neben mir umplumpst und schnurrt. Nimbin bleibt derweil noch irgendwo verschollen – im Schrank oder auf dem Balkon – und gesellt sich erst später zu uns. Ich lese gemütlich das Internet leer, blogge, kümmere mich um die Sprachlern-Apps und stehe dann kurz vor 10 auf.

Der ursprüngliche Plan sah vor, dass der Liebste und ich uns 11:30 Uhr treffen und dann Brunchen gehen. Deshalb habe ich früh am Morgen noch ein bisschen was zu tun, um die Wohnung allergieangemessen von möglichst vielen Katzenhaaren zu befreien. Meine Wohnung ist schon unter normalen Umständen eine Herausforderung für den Liebsten, umso mehr aber zu Pollenflughochzeiten, wenn sein Immunsystem eh schon auf Hochtouren läuft. Ich beseitige als erstes die Spuren meines gestrigen spontanen Bett-Tages rund um ebendieses. Dann siebe ich das Katzenklo durch und beziehe mein Bett neu. Jetzt lohnt sich das Staubsaugen so richtig. Zwischendurch ruft der Liebste an und sagt, dass es aus Gründen später wird. Das ist mir ganz recht, denn so muss ich mich nicht hetzen. Ich höre Podcast (erst die aktuelle Folge „Hagrids Hütte“ zu Ende und dann „Alles gesagt“ mit Renate Künast). Und wusele durch die Wohnung. Die Pflanzen müssen noch gegossen und die Wassernäpfe aufgefüllt werden.

Dann dusche ich und setze mich mit nassen Haaren draußen auf den Balkon zum Trocknen. Als der Liebste von unterwegs Zeichen gibt, kämme ich mich, trage Sonnencreme auf und packe meine Handtasche. Dann laufe ich hinüber zum Lieblingsnachbar, gieße seinen Balkon, nasche eine reife Erdbeere und nehme herumliegende Lebensmittelreste mit nach unten. Ich laufe zur S-Bahn und bin dann ein paar Minuten vor dem Liebsten da. Diese verbringe ich drinnen im Kühlen auf der Treppe sitzend und Podcast hörend.

Dann ist der Liebste da und wir spazieren gemeinsam zu unserem Frühstückslokal. Als wir dort ankommen ist es fast 13 Uhr, wir haben also in der Theorie nur noch drei Stunden Zeit zu frühstücken, brauchen am Ende aber weniger. Er bestellt ein herzhaftes Frühstück, ich ein gemischtes vegetarisches. Beide dürfen wir uns dafür mehrere Aufstriche aussuchen – bei mir sind das Avocado-Chili, Limetten-Frischkäse-Meerrettich und Camembert-Preiselbeere. Dann teilen wir uns noch die Pancakes mit Ahornsirup und Bacon und bestellen jeweils einen großen frisch gepressten Orangensaft und einen Latte Macchiato.

Wir schlemmen ausführlich und lange und haben uns dabei viel zu erzählen – und den Damen am Tisch nebenan zu lauschen, die von ihren Erfahrungen mit Männern berichten – eine ist vergeben, die andere auf Dating-Apps unterwegs. Irgendwann haben wir weitestgehend alles aufgegessen und spazieren dann gemütlich und etwas zu vollgefuttert durch den Kiez zu mir nach Hause. Der Eisladen, an dem wir noch anhalten wollten, ist leider heute wegen Krankheit geschlossen, aber vielleicht ist das angesichts des Magenfüllstands gar nicht so schlimm.

Zuhause angekommen, mische ich Almdudler-Schorle aus Sirup und viel Mineralwasser zurecht und serviere außerdem Prosecco mit gefrorenen Himbeeren (Erdbeeren gerade nicht vorrätig). Wir lassen uns in die Liegestühle auf dem Balkon fallen und verbringen dort die nächsten Stunden ganz entspannt. Irgendwann kommt doch noch ein kleines Hüngerchen und wir bestellen uns ein paar asiatische Kleinigkeiten – Tom Kha Gung, vietnamesische Frühlingsrollen, Mangosalat und Algensalat.

Dann dopet sich der Liebste mit der nächsten Anti-Allergikum-Ladung und wir legen uns aufs Bett.

Von den Katzeln bekuschelt schauen wir Comedy-Specials: Matteo Lane, Hannah Gadsby und Jen Kirkman. Und dann ist es auch schon Mitternacht und dringend Schlafenszeit. Der Liebste macht ein Hörbuch an und traut sich nach gutem Zureden meinerseits, sich auf die Seite zu drehen, obwohl Noosa auf seinen Beinen schläft. Die verjagt dann halt Nimbin, der an meinen Bauch gekuschelt gelegen hatte und sich jetzt in den Schrank verzieht, und übernimmt wieder die Pole Position und dann können wir alle vier entspannt einschlafen.

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