11.06.2023 – Holunderküchl, Familie und Biergarten

Es ist Sonntag und wir dürfen ausschlafen – irgendwann gegen halb 9 werde ich wach, weil der Liebste aufsteht und Kaffee macht. Da ist das Teilzeitkind schon eine ganze Weile in seinem Zimmer beschäftigt und hat Pizzareste von gestern geknabbert. Als es mitbekommt, dass wir wach sind, kommt es zu uns ins Bett und beschlagnahmt mein Handy zum Zocken. Zum Glück habe ich ja noch mein Diensthandy, so dass wir eine ganze Weile lang friedlich zu dritt mit jeweils einem Handy herumliegen können. Wegen eines Klopapier-Engpasses kommt dann aber heute früher Leben in die Bude. Gegen 10 steht der Liebste auf und geht zur Tanke, während ich den Frühstückstisch decke. Wir essen gemeinsam und dann gehen die Großen nochmal ins Bett und das Kind in sein Zimmer – Turnen, Hörspiel hören oder sowas.

Wir lesen und erzählen, ich mache Sprachlernsachen und blogge und alles ist sehr gemütlich. Ab 12:30 Uhr gehen wir alle nacheinander ins Bad, duschen und ziehen uns an. Während das Teilzeitkind duscht (das dauert am längsten), sitze ich im Liegestuhl des Liebsten auf dem Balkon und sammle Ideen für die Herbstferien, bzw. alternativ meinen Herbsturlaub, falls der Liebste und das Teilzeitkind andere Pläne haben.

Dann holen wir die Holunderblüten von gestern aus dem Kühlschrank und fahren mit S- und U-Bahn zu meinen Eltern. Dort gibt es erstmal kalte Getränke für alle und das Teilzeitkind bekommt als nachträgliches Geburtstagsgeschenk noch eine schöne gebundene Ausgabe vom „Krabat“ von Otfried Preußler. Mama und das Teilzeitkind verschwinden dann auf den Balkon, verlesen die Blüten und sammeln Blattläuse ab.

Dann bereiten sie einen Eierkuchenteig zu und frittieren die Blüten darin. Währenddessen schneide ich Erdbeeren klein und Papa und der Liebste spielen mit Technik aus den 90ern herum (ein Handheld-PC von Compaq und Mamas erstes Notebook von damals), die Papa beim Aufräumen gefunden hat.

Dann gibt es Kaffee, Tee und Holunderküchl mit Erdbeerkompott, Geschichten von früher und Urlaubsplanungen für den Sommer.

Nach dem Essen spielen Mama und Teilzeitkind mehrere Partien Schach und wir anderen unterhalten uns nebenbei über dies und das.

Kurz vor 18 Uhr brechen wir auf zum nächsten Termin. Mit zwei U-Bahnen geht es nach Friedrichshain, wo wir in einem Biergarten mit meinem Cousin und seiner Freundin, meiner Cousine und meinem Bruder verabredet sind. Der Liebste und das Teilzeitkind nehmen nur ein Getränk und fahren dann heim nach Südberlin. Wir anderen essen und trinken gemütlich und lange. Witzigerweise ist Berlin mal wieder ein Dorf. Erst hatte ich beim Umsteigen am Alex auf dem Nachbarbahnsteig den Mitbewohner erspäht, dann tauchten im Biergarten drei bekannte Gesichter auf – eins ist der Mann der Zufallsfreundin, die uns ja neulich im Schwimmbecken begegnet war, die anderen beide sind Freunde von ihm, die ich beide auch auf dem Immergut getroffen habe. Von wegen anonyme Großstadt!

Ich trinke Rieslingsekt – erst mit Birnensaft, dann mit Erdbeer- und Rhabarbersaft. Zum Essen gibt es Senfeier und Kalten Hund mit wahnsinnig leckerem Pfirsicheis.

Dann stößt auch noch der Freund meiner Cousine zu uns und es dauert dann bis nach 22 Uhr, bis wir alle bezahlen und aufbrechen. Vor ein paar Jahren hätten wir noch in den Geburtstag meines Cousins reingefeiert, aber heute sind alle zu müde und müssen morgen zu früh aufstehen, als dass das eine gute Idee wäre. Ich spaziere noch mit meinem Bruder, der sein Fahrrad dabei hat, zur U-Bahn und fahre dann mit U- und S-Bahn nach Hause, wo mich zwei hungrige und unterkuschelte Katzen erwarten, die es sich auch in dieser heißen Nacht wieder nicht nehmen lassen werden, sich an mich zu kuscheln und mich dann nachts mehrmals um Aufmerksamkeit heischend zu wecken. Bis zum Einschlafen lese ich noch ein paar Minuten in „Patria“ und dann ist das Wochenende schon wieder zu Ende.