10.06.2023 – Wochenend’ und Sonnenschein

Juhu, im frisch bezogenen Bett und mit nur einer kätzischen Unterbrechung gegen 3 Uhr fast acht Stunden durchgeschlafen. Das war auch dringend nötig. Ich lasse mir Zeit bei den üblichen morgendlichen Verrichtungen, telefoniere dabei zweimal mit dem Liebsten, bewundere kurz die Blütenpracht auf dem Balkon und breche dann auf nach Südberlin.

Die Zeit in S- und U-Bahn nutze ich zum Bloggen. Ich nehme eigentlich lieber die Route mit 2x S-Bahn, weil die Laufwege kürzer sind und man fast die ganze Zeit Internetempfang hat, aber die dauert eben auch 20 Minuten länger und ich werde doch zum Frühstück erwartet. Als ich ankomme, hören der Liebste und das Teilzeitkind gerade laut die Ramones, während sie am Herd stehen und das Teilzeitkind sein erstes eigenes Rührei zaubert. Ich kümmere mich noch um den Obstteller und dann können wir frühstücken.

Nach dem Essen chillen nochmal alle kurz, dann klingelt es an der Tür und der Besuch des Teilzeitkinds ist da. Die Kids verbringen erst ein wenig Zeit im Kinderzimmer und gehen dann nach draußen in den Park. Irgendwann tun wir das auch, denn erstens ist Wetter und zweitens brauche ich Holunderblüten, die ich mit dem Schnitzmesser des Teilzeitkinds ernte.

Irgendwann haut die Allergie des Liebsten voll rein und er tritt schnell den Heimweg an (und reserviert auf dem Weg noch schnell einen Tisch beim Stammitaliener für den Abend), während ich gemütlich noch eine kleine Runde durchs Grüne drehe. Auf dem Heimweg treffe ich die Kids, denen sehr heiß ist, und nehme sie wieder mit nach Drinnen, wo es erst einmal Getränke und Ruhe für alle gibt. Dann klingelt es wieder und das Nachbarskind stößt dazu. Jetzt toben also drei Kinder durch die Wohnung, der Lautstärkepegel steigt exponential, aber irgendwann zieht es sie auch wieder nach Draußen.

Am frühen Abend gehen wir dann zu viert zum Stammitaliener, außerdem stoßen noch die beste Freundin des Liebsten und später die Mutter des Besuchskinds dazu. Wir teilen uns Antipasti, Bruschette und Focaccia, dann gibt es Pizza für die Kinder, Pasta mit Pfifferlingen für den Liebsten, Salat für seine beste Freundin und Calamari alla livornese für mich und dann hinterher noch das gemischte Dessert zum Teilen für alle. Dann gehen die Kids nach Hause und werfen sich vor den Fernseher, während wir Erwachsenen zu dritt und dann zu viert noch einen Drink zu uns nehmen und erzählen. Kurz nach 9 schleichen wir uns wieder in die Wohnung, stellen aber fest, dass die Kids gar nichts Verbotenes gucken. Dann verabschieden sich das Besuchskind und seine Mama. Wir anderen sitzen noch eine Stunde zusammen, bis das Teilzeitkind ins Bett verschwindet und dann noch eine weitere Stunde zu dritt.

Kurz nach 11 sind wir dann nur noch zu zweit und gucken mit zwei Wochen Verspätung endlich das Serienfinale von „Marvelous Mrs Maisel“ bevor es gegen halb 1 glücklich, zufrieden und sehr sehr müde ins Bett geht.

09.06.2023 – Putzen und Pizza

Puh, nach den ganzen letzten Tagen (inklusive gestern) brauche ich heute dringend mal weniger Action und weniger Menschen. Dafür werde ich liebevoll von Noosa geweckt, die findet ja auch alle Menschen außer mir völlig überbewertet. Mich findet sie allerdings so großartig, dass ich mich ihrer Liebe oft nicht erwehren kann. So auch heute morgen, als sie sich an mich kuschelt und ihren Kopf für eine gute Viertelstunde auf meinem Gesicht ablegt.

Der Homeoffice-Tag ist trotzdem geprägt von vielen Meetings – allerdings heute mehr menschelnde dabei. Fünf finden statt, das sechste wird kurzfristig abgesagt. So komme ich dann schon gegen 16 Uhr dazu, mich den für diese Woche noch ausstehenden Arbeiten zu widmen. Fertig bin ich kurz vor 18 Uhr, seit auf Arbeit so viel los ist, sind die geruhsamen Freitagnachmittage mit frühem Start ins Wochenende, die es viele Jahre lang gab (nach den ersten Start-up-Zeiten, in denen Freitage mindestens bis 22 Uhr und oft bis nach Mitternacht gingen und dann am Wochenende auch noch was getan werden musste – passé.

Das schränkt mich mehr und mehr in meiner Planung von Wochenenden ein, merke ich. Oft mag ich nicht noch nach der Arbeit nach Südberlin fahren, so dass Wochenenden beim Liebsten dann nur noch von Samstag bis Sonntag gehen. Oder ich komme gar nicht erst auf die Idee, am Wochenende richtig wegzufahren, weil sich das ja gar nicht richtig lohnt, wenn man erst Freitagabend los kann. Muss mich dann wieder erinnern, dass ich sowas auch zu Start-up-Zeiten gemacht habe. Da hat man dann ausnahmsweise mal „früher“ (zwischen 20 und 21 Uhr) und ist dann noch drei Stunden nach Rostock oder Hamburg gegurkt. Heute denke ich freitags um 22 Uhr darüber nach, ob ich noch was gucken oder mich schon bettfertig machen will. Dringend wieder flexibler werden im Kopf!

Anyway, damit ich so viel wie möglich vom Samstag und Sonntag in Südberlin habe, fange ich fast direkt nach der Arbeit mit dem Wohnungsputz an. Da es ja noch lange hell ist, kriege ich das irgendwie mental hin, im Winter wäre das nicht möglich, ich brauche Tageslicht zum Putzen! So ist dann 20 Uhr wirklich Wochenende (wie putzen andere Leute schneller?). Ich bin so platt von der Woche, dass ich die Feierabendlimo (Ingwer-Estragon) auf dem Bett liegend trinke und mir eine Pizza bestelle, die auch die Katzen interessiert (Mortadella, Pistazien, Fior di Latte. Eigentlich wollte ich die Quattro Formaggi mit Feigen, habe mich aber in der Eile vertippt und die ist auch lecker.)

Ich schaue mir einige der re:publica-Sessions an, die ich verpasst habe und dann die Closing Ceremony. Schade, dass es nächstes Jahr wieder in der Station ist, aber die Gründe (zu wenig große Bühnen und fehlende Barrierefreiheit) sind absolut nachvollziehbar. Werde trotzdem die Hoppetosse, den Strand, das viele Grün und das Wasser vermissen. Dafür wird dann diese ganze Woche sehr interessant und ggf. wieder anstrengend werden. Ist zwar alles gut getimed und glücklicherweise ohne Überschneidungen, aber

  • Sonntag 11. Geburtstag des Teilzeitkinds
  • Montag bis Mittwoch re:publica
  • Donnerstag bis Sonntag Immergut

Wird trotzdem anspruchsvoll – logistisch, physisch und mental. Aber ich ziehe das natürlich durch – doing it for the plot, wie großartig ist das denn! Aber ich nehme mir dann diesmal auf jeden Fall komplett frei und habe keine Arbeit neben den Sessions. Wahrscheinlich wäre der Montag nach dem Immergut auch noch gut, aber das sind dann schon wieder ein Fünftel meiner Urlaubstage fürs Jahr… Hui. Auf jeden Fall bin ich dann geistig ebenso raus wie bei einem dreiwöchigen Urlaub, auch schön.

Kurz vor Mitternacht streiche ich die Segel. Als ich aus dem Bad komme, spielt Noosa noch mit ihrem Lieblingsbällchen, aber sobald ich im Bett liege kuscheln sich beide Miezen gechillt an mich und obwohl das ziemlich warm ist bei der Hitze, schlafe ich so lang, tief und fest wie schon lange nicht mehr. Der freie Abend war dringend nötig.